„Hornhaut auf der Seele“
Ricarda Lang äußert sich deutlich zu Bas-Rücktritt
13.10.2026 – 16:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Rücktritt von Bärbel Bas trifft Ricarda Lang persönlich. Nun übt sie scharfe Kritik am politischen System.
Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas als SPD-Co-Vorsitzende und Bundesarbeitsministerin hat sich die frühere Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang in einem Instagram-Video zu Wort gemeldet. Bas hatte ihr Amt am 12. Oktober 2026 niedergelegt – nach dem Tod ihrer Stieftochter und anhaltenden Angriffen, die sie auch aus den Reihen des Koalitionspartners CDU/CSU beschrieben hatte.
Lang äußerte sich zunächst persönlich: Sie habe über den Ausschuss für Arbeit und Soziales viel mit Bas zusammengearbeitet und schätze sie als Politikerin, der „die Menschen, für die sie Politik macht, wirklich etwas bedeuten“. Zugleich verwies sie auf ihren eigenen Rücktritt als Parteivorsitzende vor rund zwei Jahren.
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Der Rücktritt von Bas lege „strukturelle Schwächen des politischen Systems“ offen: einen Betrieb, der kaum Raum für Fehler lasse und den schärfsten Angriff belohne. Auf die Frage nach Verantwortung nannte sie zwar den Koalitionspartner, betonte aber auch: „Wir alle, auch ich, sind Teil eines politischen Systems, das darauf ausgelegt ist, dem anderen immer das Schlechteste zu unterstellen.“
Lang kritisiert Auslachen beim Arbeitgebertag
Darüber hinaus thematisierte Lang den sozialen Hintergrund von Bas, die beim Arbeitgebertag im vergangenen Jahr während ihrer Rede ausgelacht wurde. Dieser Vorfall lasse sich aus Langs Sicht „nicht ohne den Faktor des sozialen Hintergrunds erklären“. Wer keinen akademischen Habitus mitbringe, werde im politischen Betrieb benachteiligt. Frauen treffe das zusätzlich „mit einer besonderen Härte.“
Lang schloss mit der Forderung nach einem „menschlicheren“ politischen Betrieb: „Ich will nicht in einer Welt leben, in der nur noch die Politik machen, die Hornhaut auf der Seele haben.“












