Rapper war 20 Mal im Entzug
Capital Bra: „Ich möchte nicht mehr in der Psychiatrie landen“
02.07.2026 – 23:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Rapper spricht offen über seine Drogensucht, gescheiterte Entzüge und die Folgen für seine Familie. Was Capital Bra antreibt, trotz Rückschlägen weiterzukämpfen.
Er ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Rapper der vergangenen Jahre und führte bereits mit über 20 Songs die Charts an. Abseits des Rampenlichts ist Capital Bra, der mit bürgerlichem Namen Vladislav Balovatsky heißt, vor allem Familienvater. Fünf Kinder hat er mit seiner Frau Charlyn, das jüngste kam im März zur Welt.
Doch über dem beruflichen und privaten Erfolg liegt ein dunkler Schatten: Der Musiker ist suchtkrank, abhängig von dem Schmerzmittel Tilidin – und das seit 20 Jahren. „Mit elf habe ich das erste Mal geraucht, gezogen, gekifft, erste Mal Sex gehabt. Da kam ich ins Jugendheim. Und Tilidin war die billigste Droge, die es gab und die man damals bekommen hat. Irgendwann aber wurde ich abhängig“, schildert er jetzt im Interview mit dem „Spiegel“.
„Ich möchte für meine Kinder da sein können“
Auf die Frage, ob er einen Entzug versucht habe, erwidert der 31-Jährige: „Einen? Ich hatte zehn, zwanzig.“ Ein ganzes Jahr habe er in Dubai einen Entzug gemacht – begleitet von monatelangen Schmerzen. Die bekomme er ohne Tilidin, genauso wie Panikattacken. „Auf Gras kann ich verzichten, auf Koks, auf was auch immer“, betont Capital Bra. Aber ohne Tilidin – das er mittlerweile sogar auf Rezept bekomme – gehe es nicht. „Warum soll ich mit Schmerz- und Panikattacken leben, wenn es dagegen Mittel gibt?“, fragt er.
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Schlimm werde es, wenn er mit anderen Drogen übertreibe. Wie im April, als er einen Absturz live auf Social-Media streamte und im Krankenhaus landete. Kokainpsychose. Wie sehr die Sucht sein Familienleben beeinträchtigt, schildert der Musiker eindringlich. „Ich kann nicht auf Drogen nach Hause gehen. Ich kann meine Söhne und Töchter nicht anfassen“, sagt er. Manchmal fliehe er ins Hotel, ein anderes Mal warte er, bis die Kinder schliefen. „Dann muss ich mich zu Hause irgendwie heimlich durchschlängeln und direkt in die Dusche gehen und mich desinfizieren.“
Seine Kinder wolle er nicht sehen, wenn er high sei: „Das hat mich irgendwann kaputt gemacht. Das geht nicht, ich will das nicht.“ Die Sucht belaste auch seine Beziehung, den Worten des Musikers zufolge waren er und seine Partnerin zwischenzeitlich getrennt. „Aber ich liebe sie, und es ist schlimm für mich, dass ich sie schon so lange und immer wieder enttäusche“, betont er. „Dass ich meine ganze Familie wegen der Drogen immer wieder enttäusche.“
Für die Zukunft hat der 31-Jährige einen klaren Wunsch: „Ich möchte nicht mehr in der Psychiatrie landen. Ich möchte irgendwann nicht mehr irgendwo einen Entzug machen müssen“, sagt er. „Ich möchte clean werden. Und für meine Kinder da sein können.“ Sein ältester Sohn ist elf Jahre alt, die jüngste Tochter gerade ein paar Monate.












