Gedenken an CSD-Opfer
Tränen am Tatort, Wut auf Politik: Queere Community trauert
02.08.2026 – 22:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Tränen, Wut und deutliche Forderungen: Gut eine Woche nach dem islamistischen Anschlag im Berliner Tiergarten hat die queere Community der Opfer gedacht.
Mit einer Mahnwache haben zahlreiche Menschen am Sonntagabend an die Opfer des islamistisch motivierten Anschlags am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) erinnert. Am Tatort im Tiergarten zeigten sich Trauer und Wut. Einige Teilnehmer hatten Tränen in den Augen, viele riefen gemeinsam: „Liebe ist stärker als der Hass!“
Zu der Gedenkveranstaltung hatten der Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg (LSVD) und der LSVD Bundesverband eingeladen. Bei dem Anschlag gut eine Woche zuvor hatte ein 21 Jahre alter Islamist eine Frau getötet und 31 Menschen verletzt.
„Wir lehnen jede Form der Gewalt ab“
Zahlreiche Vertreter der Berliner Landespolitik nahmen an der Mahnwache teil, darunter der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), die Grünen-Landesvorsitzende Nina Stahr und SPD-Fraktionschef Raed Saleh. Nach dem Willen der Veranstalter sprachen jedoch ausschließlich Menschen aus der queeren Community.
„Wir lehnen jede Form der Gewalt ab. Rechte oder religiöse Ideologien verfolgen das Ziel, queere Menschen zu unterdrücken“, sagte Julia Miosga vom CSD-Verein Berlin. „Wir benennen islamistischen Terror klar und ohne Relativierung.“ Ebenso entschieden müsse man sich aber dagegenstellen, die Tat für Hass gegen Musliminnen und Muslime oder Menschen bestimmter Herkunft zu instrumentalisieren.
„Was wir stattdessen brauchen, sind Besonnenheit und die Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen“, sagte Miosga. „Wir müssen unser Augenmerk auf die Dinge lenken, die uns als Gesellschaft, als queere Community einen.“
Gewalthilfegesetz soll Lücken schließen
Patrick Müller-Kampa vom LSVD Berlin-Brandenburg erklärte, Trauer allein reiche nicht aus. „Wir brauchen endlich die ausdrückliche Aufnahme des Schutzes queerer Menschen in Artikel 3 des Grundgesetzes“, forderte er. „Wir brauchen ein Berliner Gewalthilfegesetz, das queere Menschen ausdrücklich mitdenkt und sicherstellt, dass Betroffene von Gewalt die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.“

Doreen Hoffmann vom CSD Deutschland verwies auf die große Anteilnahme und Solidarität. „Und das berührt mich sehr. Aber ich bin auch wütend.“ Ihre Wut richte sich gegen Extremisten, unabhängig davon, ob sie einer politischen Ideologie oder religiösem Fanatismus folgten.











