Ranking
Hier ist der Nahverkehr am teuersten
29.10.2026 – 08:41 UhrLesedauer: 4 Min.
Die Kosten für Bus und Bahn sind je nach Stadt sehr unterschiedlich. Eine neue Auswertung zeigt, wo Fahrgäste besonders viel bezahlen – und wo der Nahverkehr vergleichsweise günstig bleibt.
Wer in Deutschland Bus oder Bahn fährt, zahlt je nach Stadt deutlich unterschiedliche Preise. Das zeigt das Nahverkehrs-Ranking 2026 von testberichte.de. Das Vergleichsportal hat die Tarife in 42 deutschen Städten untersucht – darunter alle Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern sowie alle Landeshauptstädte.
Besonders deutlich sind die Unterschiede bei Einzelfahrscheinen für Erwachsene. In Schwerin kostet eine Fahrt zur Hauptverkehrszeit 2,70 Euro. Es folgen Erfurt, Freiburg, Kiel und Potsdam mit jeweils 3 Euro.
Am anderen Ende stehen München und Augsburg: Dort kostet die Einzelfahrt jeweils 4,20 Euro. In Hamburg werden 4,10 Euro fällig, in Berlin 4 Euro. Im Durchschnitt kostet ein Einzelticket laut Auswertung 3,65 Euro. Das sind rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr.
Was der Preis nicht aussagt
Wie viel Gegenwert Fahrgäste für ihr Ticket bekommen, hängt auch von anderen Faktoren ab: In Berlin gilt ein Fahrschein in einem großen Stadtgebiet mit dichtem Netz und langen möglichen Fahrstrecken. In kleineren Städten ist das Tarifgebiet oft überschaubarer, teils ist auch das Angebot weniger dicht. Ein niedrigerer Preis bedeutet also nicht automatisch das bessere Gesamtangebot – und ein höherer Preis nicht zwingend schlechteren Nahverkehr.
Besonders stark stiegen die Preise in Aachen und Kiel. Dort verteuerten sich Einzeltickets laut testberichte.de jeweils um gut elf Prozent. Stabil blieben die Preise für Einzelfahrten dagegen in Frankfurt, Freiburg, Münster und Nürnberg.
Tageskarten: Berlin liegt vorn
Auch bei Tageskarten bleibt die Spanne groß. Am günstigsten ist laut der Auswertung Schwerin mit 5,40 Euro. Danach folgen Potsdam mit 6,30 Euro und Saarbrücken mit 6,40 Euro. Am teuersten ist die Tageskarte in Berlin: Dort kostet sie 11,20 Euro. Dahinter liegen Nürnberg mit 10,60 Euro und Augsburg mit 10,20 Euro.
Auffällig ist: Während Einzeltickets im Schnitt teurer wurden, sind Tageskarten etwas günstiger geworden. Der Durchschnittspreis liegt laut Auswertung bei 8,07 Euro – zehn Cent weniger als im Vorjahr. In 13 Städten wurden Tageskarten günstiger.
Besonders stark sanken die Preise in den zehn untersuchten Städten des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr. Dort wurde der Preis nach Angaben von testberichte.de von 8,80 Euro auf 7,60 Euro reduziert. Auch Magdeburg senkte den Preis für das 24-Stunden-Ticket deutlich – von 7,40 Euro auf 6,50 Euro.
Hier ist eine Monatskarte günstiger als das Deutschlandticket
Für regelmäßige Nutzer bleibt das Deutschlandticket der wichtigste Maßstab. Es kostet derzeit 63 Euro im Monat. Laut Auswertung gibt es nur sechs Städte, in denen eine lokale Abo-Monatskarte für Fahrten innerhalb der Stadt günstiger ist.
In Münster kostet die entsprechende Monatskarte 31 Euro. In Potsdam sind es 43,50 Euro, in Schwerin 49,50 Euro. Weitere günstigere Angebote gibt es in Magdeburg mit 55 Euro, München mit 59,50 Euro und Halle mit 61 Euro.
Für Pendlerinnen und Pendler, die regelmäßig über Stadtgrenzen hinweg fahren, bleibt das Deutschlandticket demnach meist schwer zu unterbieten. Wer ausschließlich innerhalb einer Stadt unterwegs ist, kann je nach Wohnort aber mit einem lokalen Angebot günstiger fahren.
Kurzstrecke wird seltener angeboten
Komplizierter wird der Vergleich bei kurzen Fahrten. Einige Städte haben Kurzstreckentickets zuletzt abgeschafft, darunter Mainz, Mannheim, Münster und Wiesbaden. In Mannheim und Münster können Fahrgäste für kurze Strecken dennoch sparen, wenn sie einen App-basierten Luftlinientarif nutzen.











