Dem Jungen drohte die Abschiebung
Polizei schießt 14-Jährigen nieder
19.08.2026 – 16:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Laut Zeugen fuchtelt ein Mann um die 20 mit einer Waffe herum. Ein Zivilbeamter schießt. Jetzt stellt sich heraus: Der Verdächtige war gar kein Mann – und die Waffe nicht echt.
Nachdem am Dienstag in München ein Schuss aus einer Polizeiwaffe abgegeben wurde, haben die Beamten am Mittwoch Details zu dem Einsatz bekannt gegeben: Demnach wurde ein 14 Jahre alter Junge von einem Zivilbeamten niedergeschossen. Der Junge wurde im Oberkörper getroffen, er kam schwer verletzt in ein Krankenhaus. Sein Zustand sei stabil, sagte ein Sprecher der Polizei bei einer Pressekonferenz.
Anwohner hatten am späten Dienstagnachmittag den Notruf gewählt: Im Stadtteil Schwabing fuchtele demnach ein etwa 20 Jahre alter Mann mit einer schwarzen Pistole herum, zitierte die „Abendzeitung“ den Inhalt des Notrufs.
Laut Polizei lief daraufhin eine Großfahndung an. Die Beamten machten den Verdächtigen ausfindig, den sie den Angaben zufolge deutlich älter als 14 einschätzten.
14-Jähriger dreht sich um – Polizist schießt
Zivilpolizisten hätten den Jungen aufgefordert, seine Waffe fallen zu lassen, sagte der Polizeisprecher am Mittwoch. Doch der 14-Jährige habe sich mit seiner vermeintlichen Pistole in den Händen zu den Beamten umgedreht. Daraufhin habe einer der Beamten geschossen.
Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei dem Gegenstand in den Händen des Jugendlichen gar nicht um eine echte Waffe: Es war eine Softair-Pistole, die laut Polizei aber einer echten Beretta Pistole 92, Kaliber 9 Millimeter, täuschend ähnlich sah.
Dem Jungen drohte die Abschiebung
Der Jugendliche mit türkischer Staatsangehörigkeit war laut Polizei mit seinen Eltern 2023 nach Deutschland gekommen und hatte Asylantrag gestellt. Der Antrag sei aber abgelehnt und die Abschiebung angedroht worden.
Das Bayerische Landeskriminalamt prüft wie stets in solchen Fällen die Rechtmäßigkeit des Waffeneinsatzes durch die Polizei. Es werde aber nicht gegen den Kollegen ermittelt, der geschossen hatte, betonte der Polizeisprecher.
Gegen den Jugendlichen, der bereits polizeilich bekannt war, werde hingegen wegen der Bedrohung der Beamten ermittelt, hieß es.











