Über zwölf Jahre nach Unglück
Schumi-Unfall: Pilot von Rettungshubschrauber spricht
29.05.2026 – 15:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Zum Unglücksort in den französischen Alpen wurde direkt ein Team zur Bergung der Formel-1-Grande geschickt. Ein Beteiligter äußert sich nun zum Einsatz – und erinnert sich an seine erste Reaktion.
Über zwölf Jahre ist der schwere Skiunfall von Michael Schumacher mittlerweile her, am 29. Dezember 2013 war der siebenmalige Formel-1-Weltmeister in Méribel in den französischen Alpen schwer verunglückt, über seinen Gesundheitszustand ist bis heute nichts bekannt.
Nun hat sich der Pilot des Rettungshubschraubers, der „Schumi“ ins Krankenhaus transportierte, an den Tag des Unfalls und die Vorgänge bei der Bergung des Rennfahrers erinnert.
- Über zwölf Jahre nach Unfall: Darum gibt es keine Infos zu Michael Schumacher
Er sei am verhängnisvollen Tag als Pilot für „SAF Hélicoptères“, ein Unternehmen für medizinische Notfalltransporte und Bergrettung, im Einsatz gewesen, erinnert sich Yannick Dainese im französischen Sportmagazin „L’Équipe“. Sein Team habe dann einen dringenden Notruf vom Skigebiet Méribel erhalten, eine verletzte Person müsse schnellstmöglich in ein Krankenhaus gebracht werden.
Wer der Verletzte war, sei zunächst nicht erwähnt worden – sondern erst am Einsatzort nach der Landung: „Ein Retter sprang gemeinsam mit dem Arzt aus dem Hubschrauber und sagte zu mir: ‚Wir gehen jetzt zu Schumacher.'“ Zunächst habe er die Aussage nicht ernst genommen. „Ich dachte zuerst, er scherzt“, erinnert sich Dainese. „Aber als der Einsatzleiter uns befahl, unsere Mikrofone und GoPro-Kameras abzuschalten und Journalisten zu verbieten, uns zu begleiten, begriff ich, dass es stimmte.“
„Ihm wurde wie Gott gehuldigt“
Nach seinen Erinnerungen wurde die Piste unmittelbar abgesperrt. Vor Ort hätten sich nur Schumacher, dessen Umfeld und die Rettungskräfte befunden. Während der Bergung sei kaum gesprochen worden. Gemeinsam mit einem Kollegen habe er den Schwerverletzten auf einer Vakuummatratze fixiert und zum Hubschrauber gebracht. In einem 25-minütigen Flug habe er ihn dann nach Grenoble zur Notfallbehandlung gebracht.
Obwohl nach eigenen Angaben kein großer Formel-1-Fan, sei ihm Schumachers Bedeutung für den Sport bewusst gewesen: „Ich wusste im Unterbewusstsein um den Druck in der Situation, weil ihm wie einem Gott gehuldigt wurde.“ Zugleich betonte er: „Für mich war er aber nur ein weiterer Schwerverletzter.“
Wie schwer Schumachers Verletzungen tatsächlich waren, habe Dainese nach eigenen Angaben zunächst nicht realisiert, sondern erst einige Tage später bei einem weiteren Einsatz. „Ich transportierte einen weiteren Verletzten in das Krankenhaus, und was ich dort sah, schockierte mich: so viele Busse, rote Flaggen (für Schumachers Ex-Team Ferrari, Anm. d. Red.) und Menschen überall. Das Krankenhaus hatte sich in einen Formel-1-Zirkus verwandelt. Es war unglaublich.“
Dainese arbeitet heute für den französischen Zivilschutz am Stützpunkt Grenoble. Er habe sich aus Respekt für die Familie Schumacher bis heute nicht weiter zum Vorfall geäußert.










