80 Jahre Vespa
Der Roller, der zum Popstar wurde
30.06.2026 – 18:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit 1946 prägt die Vespa nicht nur die Straßen, sondern auch die Popkultur. Zum Jubiläum gibt es ein limitiertes Sondermodell. Und in Rom feiern Zehntausende Fans die Legende.
Rom, Ende Juni: Zehntausende Vespa-Fahrer aus aller Welt rollen durch die Straßen der Ewigen Stadt. Motoren knattern, Chrom glänzt. Die Vespa feiert ihren 80. Geburtstag.
Die „Vespa World Days“ machten Italiens Hauptstadt zum Treffpunkt für Fans aus aller Welt. Piaggio, der Hersteller des Motorrollers, stellte zu diesem Anlass ein limitiertes Sondermodell vor.

Das Jubiläumsmodell, die GTS 310 Edizione Ottantesimo, ist auf genau 1.946 Exemplare begrenzt. Die krumme Zahl ist eine Hommage an das Geburtsjahr der Vespa. Piaggio bietet es mit mattierter Lackierung und grünen Akzenten für 12.000 Euro an. Eine stilisierte 80 und eine nummerierte Plakette verraten das Sondermodell. Technisch ist das Modell mit einem Einzylindermotor ausgestattet, der 18 kW (25 PS) leistet. Keyless-Go und ein Farbdisplay mit Smartphone-Anbindung gehören ebenfalls zur Serienausstattung.
Die Vespa machte Italien mobil
Die Erfolgsgeschichte der Vespa begann im Frühjahr 1946 unter denkbar schwierigen Bedingungen. Das Piaggio-Werk im toskanischen Pontedera lag nach Bombenangriffen in Trümmern; die Alliierten hatten dem Unternehmen die Rüstungsproduktion verboten.
Firmenchef Enrico Piaggio musste schnell umdenken. Er beauftragte den Hubschrauberkonstrukteur Corradino D’Ascanio mit der Entwicklung eines neuen Zweirads. Denn Italien brauchte ein günstiges und zuverlässiges Transportmittel.

D’Ascanio war allerdings kein Motorradspezialist. Und genau das machte den Unterschied. Er brach mit den Konventionen des Motorradbaus: Anstelle einer Mittelstrebe schuf er einen freien Durchstieg, der das Aufsteigen erleichterte. Ein breites Blech schützte die Beine des Fahrers, der Motor verschwand unter einer Haube. Das war nicht nur praktisch, sondern auch elegant. Der erste Roller leistete 3,2 PS, erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h und war robust genug für den Alltag.

Die Vespa war eine Antwort auf die wirtschaftliche Not der Nachkriegszeit. Auch für den Materialmangel fand D’Ascanio eine Lösung: Anstelle einer klassischen Antriebskette entwickelte er die Triebsatzschwinge, bei der Motor, Getriebe und Hinterrad eine kompakte Einheit bilden. Das sparte Bauteile und machte den Roller wartungsarm.











