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Im TV: Preisgekröntes Drama widmet sich aktuellem Thema
05.08.2026 – 11:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Wenn gute Menschen sich mit dem Verbrechen einlassen: Das preisgekrönte Drama „Eine Frage der Würde“ blickt intensiv auf den moralischen Seitenwechsel.
Mit vorgetäuschten Anrufen und falschen Identitäten rauben Kriminelle ihren Opfern innerhalb weniger Minuten ihre gesamten Ersparnisse. Ein kurzer Augenblick, eine schockierende Geschichte, eine dreiste Masche: Das ernste Thema nimmt Regisseur Stephan Komandarev in seinem Drama-Thriller „Eine Frage der Würde“ auf und erzählt eine bewegende Geschichte, die international viel Lob erhielt.
Darum geht es in „Eine Frage der Würde“
Die 70-jährige Blaga (Eli Skorcheva) trauert um ihren verstorbenen Mann. Die Kosten für die Beerdigungen sind hoch, aber das Ersparte reicht für das ansehnliche Grab. Als die ehemalige Lehrerin jedoch einen Anruf von einem angeblichen Polizisten erhält, der sie um einen ungewöhnlichen Gefallen bittet, ist das nötige Geld innerhalb weniger Sekunden verschwunden.
Von der Polizei erhält Blaga kaum Hilfe. Lediglich ein Präventivseminar soll sie vor weiteren Fällen schützen. Auf die demütigende Situation folgen weitere Schicksalsschläge, die die strenge Frau zu ungewöhnlichen Maßnahmen zwingen. Unter falscher Identität setzt Blaga eine Annonce auf, mit der sie den Tätern und Kriminellen näherkommen will.
Wie sehenswert ist „Eine Frage der Würde“?
Auf der Filmseite „FSK Kino“ wird Stephan Komandarevs Drama als Geschichte „einer 70-jährigen Frau, die im moralischen Niemandsland des postsozialistischen Bulgariens um ihre Würde kämpft – und sie verliert“ beschrieben. Statt einer klassischen Rachegeschichte erwartet den Zuschauer ein tiefer Blick in die Seele einer Frau, die ihre Werte und moralischen Glaubenssätze in einer kapitalistischen Welt über Bord werfen muss.
Lobende Stimmen und eine Bewertung von 100 Prozent verzeichnet das Bewertungsportal „Rotten Tomatoes“ für diesen präzise beobachteten Film. Die internationale Filmdatenbank „IMDb“ vergibt 7,1 von 10 Punkten.
Das bewegende Drama läuft heute, 5. August 2026, um 20.15 Uhr bei Arte. Wer den Film verpasst, kann ihn alternativ im Prime-Video-Channel Made in Europe im Abo streamen.
Dreifache Auszeichnung beim 57. Karlovy Vary International Film Festival
Wie die Filmförderung „Mitteldeutsche Filmförderung“ in einer Pressemitteilung berichtet, erhielt das Drama beim 57. Karlovy Vary International Film Festival drei begehrte Preise. Es wurde zum einen mit dem Hauptpreis Grand Prix – Crystal Globe geehrt, zum anderen wurde der Große Preis der Ökumenischen Jury der Produktion verliehen.
Weiterhin erhielt Hauptdarstellerin Eli Skorcheva den Preis für die beste Hauptdarstellerin. Ihre Darstellung der regeltreuen Lehrerin, die mehr mit dem Werteverfall in ihrem Land und ihrer eigenen Überzeugung zu kämpfen hat als mit den Geldsorgen, begeisterte die Jury.
Die Filmseite „epd-Film“ beschreibt diese Leistung folgendermaßen: „Ihren ersten Einsatz nimmt Blaga als eine Prüfung an, die es zu bestehen gilt. Sie muss einen kühlen Kopf bewahren in einer Kaskade unwägbarer Situationen. Blaga besteht dank jener Selbstbeherrschung.“ Der Wechsel vom Opfer zum Täter wird dabei leise, aber intensiv in Szene gesetzt, und hallt umso mehr nach.












