
Medizinische Sensation in den USA
Patient überlebt 48 Stunden ohne echte Lunge
Aktualisiert am 30.01.2026 – 11:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein neuartiges künstliches System soll Menschen mit Lungenversagen Hoffnung geben. Ein Patient aus den USA überbrückte damit zwei Tage bis zur Transplantation.
Es ist eine medizinische Revolution: Chirurgen an der Northwestern University in Chicago haben einen 33-jährigen Patienten 48 Stunden lang ohne Lungen am Leben erhalten. Dies war möglich dank eines künstlichen Lungensystems, das dem Patienten so lange half, bis er eine doppelte Lungentransplantation erhalten konnte.
Der Mann litt an akutem Atemnotsyndrom (ARDS). Bei dieser lebensbedrohlichen Erkrankung nehmen die Lungen nicht mehr genügend Sauerstoff auf. Ausgelöst durch eine Influenza-Infektion, entwickelten sich bei ihm schwerwiegende Komplikationen, darunter eine Sepsis und ein Herz-Kreislauf-Versagen. Trotz Behandlung mit Antibiotika und künstlicher Beatmung verschlechterte sich der Zustand des Patienten erheblich, sodass er ohne eine Lungentransplantation nicht überleben konnte.
Im Gegensatz zu bisherigen Geräten, die zwar den Gasaustausch übernehmen, aber die Blutzirkulation nicht aufrechterhalten können, entwickelte das Team um Dr. Ankit Bharat ein künstliches Lungensystem, das auch die Blutversorgung aufrechterhielt. Dies war entscheidend, da die Entfernung der Lungen bei einem Patienten mit einem instabilen Kreislaufsystem ohne Blutzirkulation tödlich hätte enden können.
Das künstliche Lungensystem versorgte den Patienten mit Sauerstoff und entfernte Kohlendioxid aus dem Blut, während es gleichzeitig das Herz unterstützte und die Durchblutung sicherte. Bereits nach wenigen Stunden zeigte sich eine bemerkenswerte Verbesserung des Zustands des Patienten: Die Sepsis ging zurück, die Organe erholten sich, und der Patient stabilisierte sich genug, um auf die Transplantationsliste gesetzt zu werden.
Nach 48 Stunden konnten dem Patienten erfolgreich Spenderlungen transplantiert werden. Heute, fast drei Jahre nach der Transplantation, ist er laut dem Bericht im Fachblatt „Nature“ vollständig genesen und zeigt keinerlei Anzeichen einer Organabstoßung oder beeinträchtigter Lungenfunktion.
Die Mediziner aus Chicago hoffen, dass die Methode künftig für viele schwer kranke Patienten von entscheidender Bedeutung sein könnte, die aufgrund von Infektionen oder anderen Lungenschäden auf eine Transplantation angewiesen sind. Für solche Fälle könnte das künstliche Lungensystem als Übergangslösung dienen und Leben retten, bis ein passendes Organ zur Verfügung steht.










