Häufige Knochenbrüche

Diese Erkrankung bleibt oft unerkannt – trotz Warnzeichen


21.07.2026 – 13:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Mann mit Schmerzen im Handgelenk: Treten Knochenbrüche bereits bei Stürzen aus niedriger Fallhöhe auf, etwa aus dem Stand heraus, kann das auf eine Osteoporose hinweisen. (Quelle: PixelsEffect/getty-images-bilder)

Häufige Knochenbrüche können frühe Anzeichen einer Osteoporose sein. Doch gerade bei Männern wird die Erkrankung offenbar häufig zu spät erkannt.

Osteoporose (Knochenschwund) zählt zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Die Knochen verlieren dabei allmählich an Dichte und Stabilität und brechen dadurch leichter. Trotzdem bleibt die Erkrankung oftmals lange unbemerkt – teilweise sogar dann, wenn bereits ein Knochenbruch aufgetreten ist. Das zeigt eine neue Studie des Ludwig Boltzmann Instituts für Osteologie und des Complexity Science Hub (CSH) aus Österreich. Nachzulesen sind die Ergebnisse im Fachmagazin „Bone“.

Gut zu wissen

Osteoporose betrifft vor allem Menschen über 50. Frauen erkranken häufiger als Männer und im Durchschnitt etwa zehn Jahre früher. Etwa jede zweite Frau und jeder fünfte Mann erleidet im Laufe des Lebens einen osteoporosebedingten Knochenbruch.

Daten von mehr als 1,7 Millionen Patienten untersucht

Für die Studie analysierten die Forscher Krankenhausdaten von mehr als 1,7 Millionen Menschen zwischen 50 und 79 Jahren aus den Jahren 2003 bis 2014. Sie wollten herausfinden, welche Diagnosen gemeinsam mit Osteoporose und verschiedenen Arten von Knochenbrüchen auftraten.

Dabei zeigte sich, dass Osteoporose je nach Frakturart sehr unterschiedlich häufig als Diagnose dokumentiert wurde. Am stärksten war der Zusammenhang bei Hüftbrüchen – insbesondere bei Frauen ab 60 Jahren.

Andere für die Knochenerkrankung typische Brüche wurden dagegen deutlich seltener zusammen mit einer Osteoporose-Diagnose erfasst. Dazu gehörten vor allem Brüche des Unterarms, des Oberarms und des Beckens.

Auch kleinere Stürze können Warnsignal sein

Solche sogenannten Fragilitätsfrakturen entstehen bereits bei vergleichsweise geringer Belastung, etwa bei einem Sturz durch Stolpern oder Ausrutschen. Sie können ein wichtiger Hinweis auf geschwächte Knochen sein und sollten nach Ansicht der Forscher Anlass für die Abklärung einer Osteoporose sein.

Denn oftmals bleibt es nicht bei einem einzelnen Knochenbruch, wie die Analyse zeigt. Häufig folgten weitere Frakturen an anderen Stellen des Skeletts – Fachleute sprechen hierbei von einer Frakturkaskade. Studienautor Roland Kocijan vom Hanusch-Krankenhaus Wien erklärt: „Jede Fragilitätsfraktur sollte daher als Warnsignal verstanden werden, um eine Frakturkaskade frühzeitig zu durchbrechen.“

Dabei spielen neben der Knochenstabilität weitere Faktoren eine Rolle. So traten Knochenbrüche häufig gemeinsam mit anderen Erkrankungen auf, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten oder neurologische Erkrankungen. Auch das Sturzrisiko und der allgemeine Gesundheitszustand können das Frakturrisiko beeinflussen.

Vor allem bei Männern wird Erkrankung offenbar spät erkannt

Besonders deutlich zeigte sich eine diagnostische Lücke bei Männern. Während Osteoporose bei Frauen häufiger zusammen mit verschiedenen chronischen Erkrankungen dokumentiert wurde, erfolgte die Diagnose bei Männern oft erst dann, wenn bereits ein Knochenbruch eingetreten war. „Osteoporose wird bei Männern möglicherweise zu spät erkannt“, betont Studienautorin Elma Dervić vom CSH.

Auch bei den jüngeren Männern und Frauen zwischen 50 und 69 Jahren wurde Osteoporose im Zusammenhang mit Knochenbrüchen seltener dokumentiert. Dabei können gerade Fragilitätsfrakturen die Chance bieten, eine Osteoporose rechtzeitig zu erkennen und weiteren Brüchen vorzubeugen.

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