Millionen Deutsche sind betroffen

Woran sterben Menschen mit Demenz?


Aktualisiert am 30.08.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Demenzpatient: Die Lebenserwartung hängt davon ab, ob die Krankheit in einem frühen oder in einem späteren Stadium festgestellt wurde.

Demenzpatient: Die Lebenserwartung hängt davon ab, ob die Krankheit in einem frühen oder in einem späteren Stadium festgestellt wurde. (Quelle: AFP/getty-images-bilder)

Sind Alzheimer und Demenz das Gleiche? Woran sterben die Patienten meist? Und wie lässt sich die Krankheit aufhalten? Wir klären fünf häufige Irrtümer.

Alzheimer ist eine Erkrankung des Nervensystems, bei der das Gedächtnis und andere kognitive Funktionen schrittweise verloren gehen können. Die Krankheit ist komplex und wird noch immer nicht vollständig verstanden. Das führt zu vielen Unsicherheiten und falschen Annahmen. Die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) räumt mit häufigen Irrtümern auf.

Irrtum 1: Alzheimer und Demenz sind das Gleiche

Es wird oft angenommen, dass Alzheimer und Demenz das Gleiche sind. Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „ohne Geist“. Er umfasst über 50 verschiedene Störungen, die die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Demenz ist also ein Sammelbegriff und nicht gleichzusetzen mit der Alzheimerkrankheit. Alzheimer ist jedoch die häufigste Form der Demenz. Andere Formen der Erkrankung sind etwa die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz, die frontotemporale Demenz oder die Demenz bei Parkinson.

Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit über 55 Millionen Menschen an Demenz, wobei Alzheimer etwa 75 Prozent dieser Fälle ausmacht. Die Krankheit führt zu einem fortschreitenden Rückgang der kognitiven Funktionen, gekennzeichnet durch Gedächtnisverlust und Verwirrung. Mehr zu Symptomen und Verlauf lesen Sie hier.

Irrtum 2: Nur alte Menschen erkranken an Alzheimer

Das ist nur teilweise richtig. Fest steht, dass die Häufigkeit der Krankheit mit dem Lebensalter zunimmt. Eine neue Statistik zeigt: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der 2023 daran Verstorbenen waren 85 Jahre und älter.

Doch auch Menschen in jüngeren Jahren können von Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen betroffen sein. Von „Frühdemenz“ spricht man, wenn Menschen unter 65 Jahren erkranken. Genetische Faktoren spielen dabei eine größere Rolle als bei später auftretenden Demenzen. Man schätzt, dass rund fünf Prozent aller Menschen mit Alzheimer jünger als 65 Jahre sind.

  • Lesen Sie auch: Jüngster Demenz-Patient Großbritanniens ist tot

Irrtum 3: Alzheimer ist nicht heilbar, also kann man nichts tun

Es stimmt, dass Alzheimer bisher nicht heilbar ist. Aber Alzheimer ist behandelbar. Alzheimermedikamente können den Krankheitsverlauf verlangsamen und auch Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Aggressivität können medikamentös behandelt werden. Nichtmedikamentöse Therapien, wie die geistige, körperliche und emotionale Mobilisierung, können die Selbstständigkeit länger erhalten und das Wohlbefinden fördern.

Hirnorganische Krankheit: Alzheimer führt zu einem Abbau der Nervenzellen im Gehirn. (Quelle: Dobrila Vignjevic/getty-images-bilder)

Irrtum 4: Wenn ein Elternteil an Alzheimer erkrankt ist, werden die Kinder es auch bekommen

Dass Alzheimer immer vererbt wird, ist nicht richtig. Wenn bei einem Elternteil Alzheimer diagnostiziert wird, bedeutet dies nicht automatisch, dass auch die Kinder erkranken werden. In den meisten Fällen ist die Krankheit nicht genetisch bedingt und tritt erst nach dem 65. Lebensjahr auf, wobei das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter steigt. Einige genetische Varianten können das Risiko erhöhen, aber sie führen nicht zwangsläufig zum Ausbruch der Krankheit.

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