Finne durchlöchert
„Orca-Oma“ von Schrotkugeln getroffen
Aktualisiert am 03.09.2026 – 11:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Vor Spaniens Küsten geraten seit Jahren Orcas und Segler aneinander. Jetzt veröffentlichten Tierschützer ein Foto, das auf Schusswaffengebrauch hindeutet.
Die spanische Umweltministerin Sara Aagesen ist empört. Am Mittwoch ließ sie mitteilen, ihr Ministerium werde alles tun, damit diese Tat nicht ungesühnt bleibt: Es geht um mutmaßliche Schüsse auf einen Orca. Mitte August hatte die Tierschutzorganisation WeWhale das Foto der Finne eines verletzten Schwertwals veröffentlicht. Die Rückenflosse weist mehrere Wunden auf, die offenbar von Schrotkugeln stammen.
Jetzt gab Umweltministerin Aagesen erste Ergebnisse der Untersuchung bekannt. Die bisherigen Ermittlungen würden darauf hindeuten, dass die Besatzung eines unter spanischer Flagge fahrenden Bootes die Schüsse in portugiesischen Gewässern abgegeben habe, hieß es. Das Ministerium habe die Zentrale Einsatzeinheit für Umweltfragen der Guardia Civil um Unterstützung bei der Identifizierung der mutmaßlichen Täter gebeten.
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Von den Schüssen getroffen wurde ein etwa 60 Jahre altes Orca-Weibchen namens Toñi. Das Weibchen ist laut Umweltministerium das älteste Tier der Orca-Population in der Straße von Gibraltar und im Golf von Cádiz, sein Spitzname lautet „La Abuela“ – die Oma. Den Tierschützern von WeWhale zufolge war das Individuum vor einigen Wochen noch unverletzt vor dem portugiesischen Faro angetroffen worden. Das Foto von der verwundeten Flosse sei in der Straße von Gibraltar aufgenommen worden.
Schüsse auf „Orca-Oma“: So geht es dem Tier inzwischen
„Toñi so zu sehen, ist herzzerreißend“, sagte WeWhale-Gründer Janek Andre. Wenn jemand absichtlich mit einer Schrotflinte auf sie geschossen habe, sei das nicht nur ein Akt extremer Grausamkeit gegenüber einem einzelnen Tier. „Es ist ein Angriff auf eines der letzten Mitglieder einer vom Aussterben bedrohten Population.“
Auch Umweltministerin Aagesen betonte, dass die Schüsse ein Tier einer gefährdeten Art trafen. Der angegriffene Orca scheine sich aber zu erholen: Kürzlich sei das Tier zusammen mit einer Orca-Gruppe in galicischen Gewässern gesichtet worden. Es sehe so aus, als würden die Verletzungen verheilen.
Seit einigen Jahren werden insbesondere vor den Küsten von Spanien und Portugal vermehrt Attacken von Orcas auf Boote registriert, Wissenschaftler sprechen von „Interaktionen“. Zuletzt versenkte im Juli eine Gruppe Schwertwale vor der spanischen Atlantikküste eine Segelyacht. Die beiden Segler wurden unverletzt von einem Motorboot in Sicherheit gebracht.
Die Gründe für die Angriffe sind unklar: Einige Forscher glauben, Neugier oder Spieltrieb könnten die Tiere antreiben, aber auch ein traumatisches Erlebnis, das eine Gruppe Orcas in der Region erlebt haben könnte, wird nicht ausgeschlossen.












