Aktie rutscht ab
Ölkonzern entlässt Verwaltungsratschef
Aktualisiert am 26.05.2026 – 18:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Der britische Ölkonzern überrascht mit einer Mitteilung zu einem Top-Mann in der Führungsetage. Es geht um schwerwiegende Vorwürfe.
Der britische Ölkonzern BP hat Verwaltungsratschef Albert Manifold mit sofortiger Wirkung abgesetzt. Hintergrund sind „schwerwiegende Bedenken“ im Zusammenhang mit seinen Führungsstandards, seiner Aufsichtspflicht und seinem Verhalten, wie der Konzern am Mittag mitteilte. Der Vorstand habe „einstimmig beschlossen“, dass Manifold nicht länger als Vorsitzender und Mitglied des Verwaltungsrats tätig sein solle.
Weitere Hintergründe nannte BP bislang nicht. Zum Interimsvorsitzenden wurde Ian Tyler ernannt. Ein Nachfolgeprozess zur Besetzung des dauerhaften Vorsitzes werde eingeleitet, teilte der Konzern mit. Die Börse quittierte die Neuigkeiten mit einem Kursrutsch. Die BP-Aktie verlor zeitweise mehr als neun Prozent auf 500 britische Pence. Am Nachmittag lag sie noch mit 4,6 Prozent im Minus, gehörte damit aber weiter zu den größten Verlierern im britischen Leitindex FTSE 100.
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Verhalten wird als inakzeptabel angesehen
„Albert hat dazu beigetragen, der Transformation von BP die nötige Aufmerksamkeit und Dynamik zu verleihen“, sagte das unabhängige Verwaltungsratsmitglied Amanda Blanc. Die ihm vorgeworfenen Versäumnisse bei der Unternehmensführung und Verhaltensprobleme hätten den Verwaltungsrat jedoch „überrascht und enttäuscht“. Das Gremium erachte sie als inakzeptabel.
Ende April hatte BP dank höherer Ölpreise hohe Gewinne gemeldet. Im ersten Quartal betrug der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn rund 3,2 Milliarden US-Dollar (2,7 Mrd. Euro), mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum mit knapp 1,4 Milliarden Dollar. Unter anderem habe eine höhere Ölproduktion im Golf von Mexiko Störungen im Nahen Osten infolge des Iran-Kriegs wettgemacht, hieß es.











