„Hinter jeder Transplantation liegt eine Tragödie“
Mette-Marit wird nie erfahren, wer ihr das Leben gerettet hat
05.06.2026 – 16:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Kronprinzessin Mette-Marit wartet auf eine Lungentransplantation. Ihren Spender kennt sie nicht – und wird auch nie von ihm erfahren.
Seit 2018 ist öffentlich bekannt, dass Mette-Marit von Norwegen an einer chronischen Lungenfibrose leidet. Trotz ihrer Erkrankung nahm die Kronprinzessin weiterhin Termine wahr. Seit 2025 ist die 52-Jährige jedoch auf ein Beatmungsgerät angewiesen. Jetzt steht Mette-Marit auf der Warteliste für eine Lungentransplantation.
„Der Fortschritt der Lungenerkrankung der Kronprinzessin ist besorgniserregend. Nach einer umfassenden medizinischen Untersuchung wurde sie nun auf die Warteliste für Patienten gesetzt, die eine Lungentransplantation erhalten“, hieß es Freitagmorgen in einer Mitteilung des Palasts.
- Arzt über Mette-Marits Transplantation: „Der Patient hat nur noch ein Jahr zu leben“
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Um 13.30 Uhr trat dann ihr behandelnder Arzt, Lungenspezialist Are Holm vom Universitätsklinikum Oslo, vor die Presse und sprach über den aktuellen Zustand der Kronprinzessin. Der Spezialist erläuterte, nach welchen Kriterien Patienten überhaupt auf diese Liste kommen.
„Der Patient muss so krank sein, dass wir Grund zu der Annahme haben, dass er nur noch ein Jahr zu leben hat.“ Genau das habe sein Team auf Basis der Untersuchungen an Mette-Marit festgestellt. Denn bei Lungenfunktionstests „haben wir gesehen, dass sich ihr Zustand in den vergangenen drei Monaten deutlich verschlechtert hat“. Das sei „gefährlich“, so der Oberarzt.
„Hinter jeder Transplantation liegt eine Tragödie“
Zudem sprach der Arzt grundsätzlich über Organtransplantationen: „Hinter jeder einzelnen Transplantation liegt eine Tragödie. Einige sind gestorben, oft unerwartet“, so Holm. Das norwegische Transplantationsgesetz besagt, dass Spender und Angehörige des Spenders einerseits und der Empfänger des Organs andererseits einander nicht bekannt gemacht werden sollen – dies dient dem Schutz beider Seiten vor emotionalen Belastungen und gewährleistet die Privatsphäre.
„Es ist verboten, Informationen zu beschaffen, die eine Identifizierung des Spenders oder Empfängers ermöglichen“, so Holm. „Dies gilt für alle Gesundheitsfachpersonen, auch für die Presse, für die Angehörigen. Es gilt für alle.“ Wann die Transplantation stattfindet, steht bisher nicht fest und soll auch nicht öffentlich werden, so die Bitte des Arztes. Um die Anonymität zu gewährleisten, bittet der Arzt die Presse, das Datum der Transplantation nicht zu veröffentlichen, sondern nur die Jahreszeit zu nennen. „Je mehr man über den genauen Zeitpunkt einer Spende preisgibt, desto mehr trägt man dazu bei, das Gesetz zu brechen.“












