Geniale Erfindung
Küchen-Trick aus Dresden: Diese Dose veränderte die Welt
Aktualisiert am 05.06.2026 – 21:23 UhrLesedauer: 1 Min.
Löschpapier, eine Blechdose und ein Nagel – mehr brauchte es nicht für eine Erfindung, die die Welt veränderte. Dresden bewahrt die Erinnerung daran bis heute.
Eine unscheinbare Blechdose mit ein paar Löchern im Boden legte den Grundstein für ein Unternehmen, das heute mehr als zwei Milliarden Euro im Jahr umsetzt. Seit 2014 steht ein Nachbau dieses sogenannten Ur-Filters im Deutschen Hygiene-Museum – in der Dauerausstellung im Raum „Essen & Trinken“.
Das Original gibt wohl nicht mehr. Kein einziges Exemplar aus der ersten Produktion von 1908 existiert mehr, teilt der Melitta-Konzern auf Anfrage mit.

Erfunden wurde der Kaffeefilter nur wenige Kilometer vom Museum entfernt. In einer Vierzimmerwohnung in der damaligen Marschallstraße 31 ärgerte sich die 35-jährige Melitta Bentz über Kaffeekrümel zwischen den Zähnen.
Also durchlöcherte sie eine Konservendose mit Hammer und Nagel, legte Löschpapier aus dem Schulheft ihres Sohnes Willy hinein – und brühte den ersten krümelfreien Filterkaffee.
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Den Begriff „Ur-Filter“ nutzt der Konzern für genau diese Form, wie sie Bentz 1908 per Patent festlegte.

72 Reichspfennige Startkapital
Gemeinsam mit ihrem Mann Hugo gründete Melitta Benz ein Unternehmen. Das Eigenkapital: 72 Reichspfennige. Hugo führte den Filter in Schaufenstern vor, die Kinder lieferten per Bollerwagen aus. 1909 verkaufte Bentz auf der Leipziger Messe 1.200 Exemplare.
1929 verließ das Unternehmen Dresden und zog nach Minden in Westfalen. Dort sitzt der Konzern bis heute.











