Heizungsgesetz
Grüne warnen vor Preisexplosion und legen Zehn-Punkte-Plan vor
19.03.2026 – 10:05 UhrLesedauer: 4 Min.

Schwarz-Rot schafft zentrale Punkte des Heizungsgesetzes ab. Die Grünen sehen darin einen klimapolitischen Rückschritt – und legen ein Gegenprogramm vor.
Die Grünen üben scharfe Kritik an der geplanten Reform des Heizungsgesetzes und legen jetzt einen Zehn-Punkte-Plan für „bezahlbare, klimafreundliche Wärme“ vor. Es brauche in den kommenden Jahren „dringend zusätzliche Maßnahmen, die Klimaschutz, Sozialverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden“, heißt es in dem Papier, das t-online vorliegt. Der Plan, der Klimaschutz mit sozialer Absicherung kombiniert, soll Mieter vor steigenden Kosten schützen und Eigentümer beim Umstieg auf erneuerbare Heizungen unterstützen.
Nach den Reformplänen von Union und SPD sollen Immobilienbesitzer weiterhin Öl- und Gasheizungen in ihre Wohnhäuser einbauen dürfen. Es entfällt die pauschale Pflicht, dass jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Allerdings müssen nun neue Gas- und Ölheizungen ab Januar 2029 mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden.
Mit ihren Vorhaben torpediere die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Klimaschutz, sagte Lisa Badum, Sprecherin für Klimapolitik der Grünen im Bundestag, t-online. Dabei müsse gerade im Gebäudesektor noch viel mehr passieren. Mit mehr Fernwärme, einer Gas-Unabhängigkeitsstrategie und besserer Förderung könne man schon viel erreichen, so Badum. Es fehle aber der politische Wille. Den Preis für diese „Aufschieberitis“ zahlten Mieter und Eigenheimbesitzer, deren Heizrechnungen dank Schwarz-Rot zu explodieren drohten.
Badums Fraktionskollege Kassem Taher Saleh, Sprecher für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen, warnt davor, dass Deutschland sich mit den Plänen noch weiter von den Klimazielen entferne. „Ob man es nun Klimaschutz nennt oder Bewahrung der Schöpfung – mit dieser Politik wird beides nicht gelingen. Die Streichung der 65-Prozent-Regelung bei den Erneuerbaren wäre ein großer Fehler“, sagte der Grünen-Politiker zu t-online.
Der Zehn-Punkte-Plan der Grünen sieht vor, dass Heizungswechsel und energetische Sanierungen stärker und sozial gestaffelt gefördert werden, sodass Haushalte mit geringem Einkommen bis zu 90 Prozent der Kosten erstattet bekommen können. Er schlägt außerdem ein „Drittelmodell“ für Sanierungen vor, bei dem Staat, Eigentümerinnen und Mieterinnen die Kosten gemeinsam tragen und so starke Mieterhöhungen verhindert werden. Außerdem sollen verbindliche Effizienzstandards für Gebäude eingeführt werden, die schrittweise bessere Energieklassen bis 2039 vorsehen und Sanierungen etwa bei Eigentümerwechsel anstoßen.












