Terrorverdacht vor Gericht
Mutter soll Kinder in IS-Gebiet gebracht haben
23.10.2026 – 16:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine 40-Jährige steht in Frankfurt vor Gericht. Sie soll mit ihren Kindern in das Herrschaftsgebiet der Terrormiliz IS gereist sein und dort jahrelang gelebt haben.
Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt hat am Freitag der Prozess gegen eine 40-jährige Frau begonnen, die der Mitgliedschaft in der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) verdächtig ist. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihr außerdem vor, ihre Kinder in ihrer Fürsorge vernachlässigt zu haben, wie das Gericht mitteilte. Laut Anklage soll die Frau 2016 gemeinsam mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern nach Syrien in das IS-Gebiet gereist sein.
Die Angeklagte soll bereits in jungen Jahren zum Islam konvertiert sein. Danach soll sie sich zunehmend radikalisiert und in der salafistischen Szene des Rhein-Main-Gebietes bewegt haben. Ihr Ehemann war laut Anklage IS-Kämpfer. In Syrien soll sie ihr drittes Kind zur Welt gebracht haben.
Angeklagter wird IS-Mitgliedschaft vorgeworfen
Nach dem Tod ihres ersten Mannes Ende 2017 soll sie einen weiteren IS-Kämpfer nach islamischem Ritus geheiratet haben. Auch dieser soll spätestens Anfang 2019 bei Kämpfen ums Leben gekommen sein.
Der Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung stützt sich laut Anklage darauf, dass die Frau den Haushalt geführt und die Kinder im Sinne der IS-Ideologie erzogen haben soll. Die Kinder sollen dabei dem Risiko ausgesetzt gewesen sein, Opfer von Luftangriffen und Kämpfen zu werden, was ihre körperliche und psychische Entwicklung beeinträchtigt haben soll. Zudem soll die Angeklagte Geld vom sogenannten „Witwenbüro“ des IS erhalten haben.
Im März 2019 wurde sie von Kurden festgenommen und in ein Gefangenenlager gebracht. Im Oktober 2021 kehrte sie zusammen mit ihren Kindern nach Deutschland zurück. Ein Urteil soll laut bisheriger Planung am 19. November verkündet werden.











