Wegen Karnevalswagen
Moskau will Prozess gegen Jacques Tilly fortsetzen
01.04.2026 – 20:28 UhrLesedauer: 2 Min.
In Moskau soll der Prozess gegen den Düsseldorfer Jacques Tilly fortgesetzt werden. Er soll unter anderem Präsident Wladimir Putin mit seinen Karnevalswagen beleidigt haben.
Ein Moskauer Gericht setzt am Donnerstag, 2. April, das Strafverfahren gegen den Düsseldorfer Bildhauer und Wagenbauer Jacques Tilly fort. Dabei geht es auch um eine angebliche Beleidigung von Kremlchef Wladimir Putin. In dem Prozess, der in Abwesenheit des Angeklagten läuft, stehen noch der Abschluss der Beweisaufnahme sowie die Plädoyers aus. Der Prozesstag soll um 10.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnen.
Tilly hatte mehrfach erklärt, dass er nicht von der russischen Justiz über das Verfahren informiert worden sei. Allerdings beobachten Diplomaten der deutschen Botschaft in Moskau den Prozess mit seiner Kenntnis. Der Künstler hatte Karnevalswagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug mit Karikaturen von Putin gebaut. Wegen dieser muss sich Tilly nun laut Gericht unter anderem wegen Verletzung religiöser Gefühle verantworten. Zudem wird Tilly eine Verunglimpfung der russischen Staatsorgane vorgeworfen, zu denen neben der russischen Armee auch Präsident Putin gehört.
Eine Auslieferung von Deutschland nach Russland muss Tilly nicht befürchten. Probleme kann er im Fall einer Verurteilung aber bei Reisen in Länder bekommen, die von Moskau gesuchte Straftäter an Russland ausliefern. Moskau könnte ihn etwa zur Fahndung bei Interpol ausschreiben.










