Erhöhter Bilirubinspiegel

Diese Symptome können auf Morbus Meulengracht hinweisen


Aktualisiert am 01.08.2026 – 08:08 UhrLesedauer: 4 Min.

Das Meulengrachtsyndrom (Morbus Meulengracht) führt eher selten zu Symptomen. (Quelle: Alona Siniehina/getty-images-bilder)

Morbus Meulengracht ist eine erblich bedingte Stoffwechselstörung. Meist bereitet sie keine Beschwerden. Wenn doch, ist vor allem ein Symptom typisch.

Das Meulengrachtsyndrom (Morbus Meulengracht) kommt insbesondere in der europäischen Bevölkerung relativ häufig vor. Wie häufig genau, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Die Schätzungen schwanken zwischen 4 und 16 Prozent.

Viele Menschen mit Morbus Meulengracht wissen allerdings lange Zeit gar nicht, dass sie das Syndrom haben. Denn Symptome verursacht die Störung nur selten oder auch gar nicht. Wenn es zu Beschwerden kommt, empfinden viele Betroffene dies jedoch als sehr belastend.

Gut zu wissen

Morbus Meulengracht ist harmlos. Mittlerweile sprechen Fachleute nicht mehr von einer Erkrankung. Da „Morbus“ so viel wie „Krankheit“ bedeutet, ist also streng genommen die Bezeichnung Meulengrachtsyndrom treffender.

Was ist Morbus Meulengracht?

Das Meulengrachtsyndrom ist erblich. Es entsteht nur, wenn beide Elternteile je ein verändertes Gen an das Kind weitergeben (autosomal-rezessiver Erbgang).

Bei Menschen mit Morbus Meulengracht baut der Körper den gelb-bräunlichen Gallenfarbstoff Bilirubin langsamer ab als normal. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, der sich in den roten Blutkörperchen befindet.

Endet der Lebenszyklus eines roten Blutkörperchens, wird es abgebaut. Das dabei entstehende Bilirubin wird aus dem Blut in die Leber transportiert. Von dort gerät es größtenteils über die Gallenwege in den Darm und wird anschließend ausgeschieden.

Bei Morbus Meulengracht ist ein bestimmtes Enzym, das am Abbau des Bilirubins beteiligt ist, weniger aktiv. Die Folge: Der Körper kann das Bilirubin nicht so schnell abbauen wie bei nicht betroffenen Menschen. Dadurch ist der Bilirubinwert im Blut oft phasenweise leicht erhöht.

Mehr wissen

Der Name des Syndroms geht auf den dänischen Arzt Jens Einar Meulengracht zurück, der sich ausführlich mit der Störung befasst hat. Andere Bezeichnungen sind – in Anlehnung an den Erstbeschreiber Nicolas Gilbert – Gilbertsyndrom oder Morbus Gilbert-Meulengracht.

Mögliches Symptom: Gelbsucht

In den meisten Fällen bemerken Menschen mit dem Meulengrachtsyndrom keine Symptome. Ist der Bilirubinwert jedoch erhöht, können schubweise Beschwerden auftreten. Nicht selten ist das zum ersten Mal während der Pubertät der Fall, da sich die Geschlechtshormone auf den Bilirubinstoffwechsel auswirken können.

Typisches Symptom ist dann eine Gelbsucht: Das Augenweiß und später auch die Haut färben sich gelb. Denn wenn der Körper das gelb-bräunliche Bilirubin nicht schnell genug abbauen kann, lagert es sich im Gewebe ab. Fachleute sprechen bei einer solchen Gelbfärbung von einem Ikterus.

Dieses Symptom mag bedrohlich erscheinen, ist jedoch harmlos und bildet sich von allein wieder zurück – zumindest, wenn tatsächlich Morbus Meulengracht dahintersteckt. Denn Gelbsucht kann auch im Rahmen anderer, teils ernster Erkrankungen auftreten. Daher ist es wichtig, Anzeichen einer Gelbsucht stets ärztlich abklären zu lassen.

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