Monopolkommission
Studie: Tankrabatt wird mittlerweile weitergegeben
12.05.2026 – 10:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Steuersenkung auf Kraftstoffe wird nach ersten Daten inzwischen weitgehend weitergegeben. Gleichzeitig sieht die Monopolkommission weiter Hinweise auf Wettbewerbsprobleme.
Die Monopolkommission sieht erste Hinweise darauf, dass der Tankrabatt inzwischen weitgehend bei den Verbrauchern ankommt. Nach einer anfänglich nur teilweisen Weitergabe der Steuersenkung hätten sich die Kraftstoffpreise im Verlauf der ersten Woche nach Einführung des Rabatts dem vollen Entlastungseffekt angenähert, teilte das Gremium am Dienstag in Bonn mit.
Die Auswertung bezieht sich auf die ersten Tage nach dem Start des Tankrabatts am 1. Mai. Die Kommission verweist darauf, dass die Ergebnisse deshalb noch vorläufig seien. Eine belastbare Bewertung sei erst nach einem längeren Beobachtungszeitraum möglich.
Diesel unter 2-Euro-Marke
Erstmals seit Anfang März kostete ein Liter Diesel an deutschen Tankstellen wieder unter zwei Euro. Wie der ADAC am Montag mitteilte, lag der durchschnittliche Preis am Sonntag bei 1,984 Euro pro Liter. Der Preis für Super E10 sank weiter leicht, er lag am Sonntag im Tagesdurchschnitt bei 1,968 Euro pro Liter.
Zugleich sehen die Wettbewerbsexperten weiterhin Hinweise auf strukturelle Probleme am deutschen Kraftstoffmarkt. Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar seien die Preise in Deutschland stärker gestiegen als in Frankreich und Großbritannien. Das spreche dafür, dass die Preise auf der Großhandelsebene teilweise systematisch erhöht gewesen seien.
Die weitgehende Weitergabe des Tankrabatts widerspreche diesem Befund nicht, erklärte die Monopolkommission. Der Wettbewerb sei auf Ebene der Tankstellen stärker ausgeprägt als im Großhandel. Dort vermutet auch das Bundeskartellamt Probleme und untersucht den Markt derzeit.
Preissenkungen brauchen länger
Die Monopolkommission verweist zudem auf das sogenannte Rockets-and-Feathers-Phänomen (Raketen und Federn). Dabei steigen Preise in Krisenzeiten schnell, sinken bei Entlastungen jedoch langsamer.
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Kritisch sieht das Gremium weiterhin den Tankrabatt selbst. Gegen eine Verlängerung sprächen aus Sicht der Kommission vor allem die hohen Kosten für den Staat, die aus ihrer Sicht sozial ungleiche Entlastung sowie die Tatsache, dass Steuersenkungen strukturelle Wettbewerbsprobleme nicht lösen könnten.
Ab dem 20. Mai will die Monopolkommission täglich aktualisierte Auswertungen veröffentlichen.











