Einmalige Aktion
Starnberger Millionär zahlt 500 Euro Prämie für Täuflinge
28.07.2026 – 02:46 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Zahl der Katholiken in Deutschland sinkt. Ein Starnberger Millionär will das zumindest in seiner Gemeinde mit einer ungewöhnlichen Aktion bremsen.
Der Starnberger Unternehmer Peter Löw schenkt Eltern 500 Euro, wenn sie ihr Kind in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Starnberg taufen lassen. Davon berichten mehrere Medien, darunter die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) und der „Merkur“. Die Aktion läuft demnach bis Ende des Jahres und ist auf die ersten 40 Kinder begrenzt; insgesamt stellt Löw dafür 20.000 Euro bereit.
Die Idee zur Aktion „Starnberger Schutzengelchen“ entstand laut den Berichten beim Patroziniumsfest von St. Ulrich in Söcking. Stadtpfarrer Andreas Jall berichtete Löw dort von einer Familie, die sich aus finanziellen Gründen schwergetan hatte, ihre Kinder taufen zu lassen. Löw, bekennender Katholik und achtfacher Vater, entschied sich daraufhin, die Aktion ins Leben zu rufen.
Das Geld erhalten Familien nach der Taufe bar auf die Hand. Voraussetzung ist, dass die Kinder in der Pfarreiengemeinschaft Starnberg gemeldet sind, also in Starnberg, Söcking, Hanfeld, Perchting, Hadorf oder Landstetten, und höchstens drei Jahre alt sind. Evangelische Christen sowie Katholiken aus Percha und Wangen sind ausgeschlossen, da dort die Erzdiözese München und Freising zuständig ist. Die Grenze zur Erzdiözese Augsburg verläuft entlang des Starnberger Sees und der Würm.
Theodor Himmel, persönlicher Assistent von Peter Löw, betonte im Gespräch mit dem dem „Merkur“: „Wir möchten nicht, dass die Taufe zu einer Kostenfrage wird, und möchten Familien diese Sorge nehmen.“ Löw sehe sein Engagement als „Unterstützung von Gemeindemitglied zu Gemeindemitglied“. Wie die Familien das Geld verwenden, bleibe ihnen überlassen. Das heilige Sakrament ist zwar kostenlos, viele junge Familien könnten sich wohl aber keine Feier leisten.
„Es soll aber nicht so rüberkommen, dass wir hier Gläubige einkaufen“
Stadtpfarrer Jall begrüßt die Initiative ausdrücklich, möchte sie aber nicht als bloße Werbemaßnahme verstanden wissen. „Es soll aber nicht so rüberkommen, dass wir hier Gläubige einkaufen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Dem „Merkur“ sagte Jall: „Deswegen freut es mich, wenn Familien und Kinder Unterstützung bekommen.“ Löws Vorstoß sei ein großartiges Zeichen, „dass uns Familien etwas wert sind“.
Den Hintergrund der Initiative verdeutlichen Zahlen, über die die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet: 2025 traten demnach bundesweit 307.117 Menschen aus der katholischen Kirche aus. Zusammen mit den Sterbefällen sank die Gesamtzahl der Katholiken laut „SZ „um rund 550.000 auf etwa 19,22 Millionen, was noch 23 Prozent der Gesamtbevölkerung entspreche. Auch in Starnberg schrumpfte die Kirchengemeinde demnach binnen zehn Jahren um tausend Personen auf 7.000 Mitglieder.
Die ersten Täuflinge der Aktion waren die drei Söhne von Ann-Marie und Christian Haas, die in der Kirche St. Stephan in Söcking getauft wurden: der sieben Monate alte Dominik sowie die älteren Brüder Leon und Xander. Dass Leon und Xander mit vier und fünf Jahren über dem Alterslimit lagen, war laut Himmel eine Ausnahme. Löw überreichte der Familie drei Briefumschläge mit je 500 Euro sowie drei kleine Stofflöwen.











