Merz‘ Rückführungsplan
Was passiert mit Deutschland, wenn die Syrer gehen?
31.03.2026 – 15:13 UhrLesedauer: 4 Min.
Kanzler Merz hat angekündigt, dass 80 Prozent der Syrer Deutschland verlassen sollen. Die Folgen für die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft werfen Fragen auf.
Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte am Montag, 80 Prozent der aus Syrien geflüchteten, in Deutschland lebenden Menschen nach Syrien zurückführen zu wollen. Bei der gemeinsamen Rede mit seinem Besucher, dem Übergangspräsidenten Syriens, Ahmed al-Scharaa, sagte Merz, das solle innerhalb der nächsten drei Jahre geschehen. Die konkrete Menge von 80 Prozent gehe dabei auf eine Anregung von al-Scharaa zurück, so Merz.
Etwa eine Million Menschen aus Syrien leben aktuell in Deutschland. 80 Prozent würden also über 750.000 syrische Personen bedeuten, andere Schätzungen gehen sogar von 900.000 aus, die in den nächsten drei Jahren das Land verlassen. Sie sollen nach Ende des Bürgerkriegs in ihre alte Heimat zurückkehren, das wünsche auch das neue Staatsoberhaupt al-Scharaa, so Merz.
Viele der Menschen kamen im Zuge der Fluchtbewegung 2015 und 2016 nach Deutschland, leben also seit Jahren hier. Wie wahrscheinlich die Ausreise der Syrerinnen und Syrer ist, was sie in Syrien erwartet und was ihr Weggang für das deutsche System bedeutet: t-online klärt die wichtigsten Fragen.
Von etwa einer Million Syrern, die in Deutschland leben, sind nur rund 10.000 ausreisepflichtig, da Syrien noch immer kein sicheres Herkunftsland ist. Solange das so ist, müsste sich die Bundesrepublik über die subsidiäre Schutzberechtigung hinwegsetzen und damit Rechtsnormen der EU ignorieren, will sie diese Menschen ausweisen. Die Zahl der rechtmäßigen Abschiebungen bleibt gering: Zum Jahreswechsel schob Deutschland erstmals seit elf Jahren einen Syrer ab, auf ihn folgten drei weitere Fälle. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, sind jedoch seit Januar 2025 mindestens 9.777 syrische Staatsangehörige freiwillig aus Deutschland ausgereist.
Nicht in diese Rechnung fallen diejenigen Menschen, die als Asylsuchende nach Deutschland kamen, sich in das System integrierten und nach fünf Jahren die Kriterien für die Einbürgerung erfüllten. In den vergangenen Jahren haben rund 250.000 Menschen mit syrischem Migrationshintergrund die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.











