Sorge vor Ausschreitungen
Vor Halloween-Demo: Luxusläden am Jungfernstieg rüsten sich
30.10.2026 – 08:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Hamburger Juweliere kündigen vorsorgliche Schließungen an. Andere Händler planen zusätzliche Schutzmaßnahmen. Die Polizei bewertet die Lage zurückhaltender.
Der Hamburger Luxusjuwelier Wempe zieht vor den für Samstag (31. Oktober) angekündigten Protesten Konsequenzen: Das Unternehmen will seine Geschäfte deutschlandweit vorübergehend schließen. In Hamburg bereiten sich auch andere Luxushändler auf mögliche Ausschreitungen vor. Einige erwägen sogar, ihre Schaufenster mit Holzplatten zu schützen.
Wempe begründet die Entscheidung gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit der Sicherheit seiner Mitarbeiter. Nach Abstimmung mit den Behörden an den jeweiligen Standorten befürchte das Familienunternehmen, dass gewaltbereite Gruppen die friedlichen Proteste für Straftaten nutzen könnten. Auch der Uhren- und Schmuckhändler Bucherer, der am Jungfernstieg eine Niederlassung betreibt, hält seine deutschen Geschäfte am Samstag vorsorglich geschlossen. Das bestätigte eine Sprecherin dem „Hamburger Abendblatt“.
Hamburger Händler wollen Schaufenster verbarrikadieren
Doch bei geschlossenen Ladentüren soll es offenbar nicht bleiben. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, planen mehrere Geschäfte am Jungfernstieg und in den umliegenden Einkaufsstraßen, ihre Schaufenster mit Holzplatten zu sichern. Außerdem sollen wertvolle Waren aus den Auslagen verschwinden.
Das sagte der Hamburger Sicherheitsunternehmer Zeeshan Nasir der Zeitung. Seine Firma EPP-Riskmanagement betreut nach eigenen Angaben mehr als 30 Kunden in der Innenstadt. Welche Geschäfte die zusätzlichen Schutzmaßnahmen planen, ist nicht bekannt.
Hintergrund sind Plünderungen während zurückliegender Proteste in Frankreich und Italien. Die Initiative „Gen Z regelt“, die für Samstag bundesweit zu Demonstrationen aufgerufen hat, betont dagegen, dass sie friedliche Proteste anstrebt.
Polizei rät von zusätzlichen Barrikaden ab
Die Hamburger Polizei bewertet die Lage bislang als weniger alarmierend. Nach ihren bisherigen Erkenntnissen erwartet sie einen weitgehend störungsfreien Verlauf der Demonstration, wie der NDR berichtet.
In einer Lageinformation an die Händler, die dem „Hamburger Abendblatt“ vorliegt, empfiehlt die Innenstadtwache derzeit keine außergewöhnlichen Maßnahmen zum Schutz der Fensterfronten. Im Einzelfall könne es allerdings sinnvoll sein, Waren aus den Schaufenstern zu entfernen.
Auch der Handelsverband Nord hat seine Mitglieder auf mögliche Risiken aufmerksam gemacht. Nach Angaben von Geschäftsführerin Mareike Petersen erhielten die Händler Empfehlungen der Innenbehörde. Unter anderem sollen sie lose Gegenstände vor ihren Geschäften entfernen.
Demo startet um 14 Uhr am Jungfernstieg
Ein Umstand kommt den Händlern entgegen: Der 31. Oktober ist in Hamburg wegen des Reformationstags ein gesetzlicher Feiertag. Die meisten Geschäfte müssen daher ohnehin geschlossen bleiben.
Die Demonstration soll am Samstag um 14 Uhr am Jungfernstieg beginnen. Angemeldet ist nach Polizeiangaben ein Protest gegen die Wehrpflicht. Die Route führt durch die Innenstadt bis zum Lohmühlenpark. Der Anmelder rechnet mit 1.000 bis 2.000 Teilnehmern.











