Mafiaboss in Villa festgenommen
Polizist totgefahren: Razzia bei Luxusauto-Bande
Aktualisiert am 28.09.2026 – 12:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Dresdner Polizist von einem Mann totgefahren. Den Ermittlern gelingt jetzt ein Schlag gegen die Hintermänner.
Mehr als anderthalb Jahre nach dem Tod eines Dresdner Polizeibeamten bei einer Verfolgungsjagd in Brandenburg haben polnische und deutsche Ermittler bei einer Großrazzia mehrere Haftbefehle in Polen vollstreckt. Den Männern wird vorgeworfen, Mitglieder einer europaweit agierenden, auf Luxusautos spezialisierten Diebesbande zu sein.
Der Präsident des sächsischen Landeskriminalamts, Dirk Lichtenberg, sagte der „Bild“-Zeitung: „Die Drahtzieher sind gefasst. Das ist mir sehr wichtig, weil mir der Tod meines Kollegen sehr nahegegangen ist und weil wir damit auch Gefahren für meine anderen Kollegen auf der Straße verringern können.“
- Verfolgungsjagd in Brandenburg: Polizist totgefahren – Gericht sieht keinen Mord
Im Januar 2025 hatte der 32 Jahre alte Dresdner Beamte gemeinsam mit weiteren Kollegen einen gestohlenen Jeep stoppen wollen. Der 27-jährige Fahrer erfasste ihn, der Polizist starb noch vor Ort. Der Täter wurde zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt. Er soll laut „Bild“ im Auftrag der Automafia gehandelt haben.
In der vergangenen Woche (22. September) vollstreckten die Ermittler nun Haftbefehle gegen neun Beschuldigte im Alter zwischen 19 und 54 Jahren. Sie befinden sich in Polen in Auslieferungshaft und sollen nach Deutschland gebracht werden.
Mafiaboss offenbar in Luxusvilla festgenommen
Die Bande soll für mehr als 70 Diebstähle hochwertiger Autos im gesamten Bundesgebiet verantwortlich sein. Der Gesamtwert der Wagen wird auf über drei Millionen Euro geschätzt. Laut Landeskriminalamt Sachsen wurden mehrere Objekte durchsucht und Fahrzeugteile von rund 30 gestohlenen Wagen sichergestellt. Die „Bild“-Zeitung berichtete, die Beamten hätten in einer Luxusvilla in der Kleinstadt Zlotoryja (deutsch: Goldberg), rund 60 Kilometer östlich von Görlitz, den mutmaßlichen Mafiaboss Zbigniew T. festgenommen.
Die „Bild“-Zeitung berichtete, die Fahnder seien der Automafia bereits seit einiger Zeit auf der Spur gewesen. Deshalb hätten die Kriminellen extra ihre Routen geändert. So seien die Täter mit teuren Audis von Baden-Württemberg über Tschechien nach Polen gefahren – und nicht mehr über Sachsen.
