Kunde mit stumpfem Gegenstand erschlagen

Mord aus Habgier? Prozess gegen Domina startet

28.09.2026 – 19:33 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Angeklagte vor Gericht: Sie bestreitet die Tat. (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Eine Sexarbeiterin soll in München einen Kunden getötet haben – um an sein Vermögen zu kommen. Jetzt beginnt der Prozess.

In München soll eine Domina einen wohlhabenden Kunden getötet haben – laut der Staatsanwaltschaft handelte sich dabei aus Habgier. Die Frau habe heimtückisch getötet, um sich mit dem Erbe des Mannes zu bereichern. Zum Beginn des Prozesses am Montag bestritt die Frau die Vorwürfe.

Laut den Ermittler handelte es sich bei dem Toten um einen langjährigen Kunden der Frau – zu der Tat sei es bereits im vergangenen Juni gekommen. Aufgrund möglicher intimer Details fand die Aussage der Frau unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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Das Opfer und die Frau kannten sich laut der Staatsanwaltschaft rund 20 Jahre – der 62-Jährige habe immer wieder die Dienste der Domina in Anspruch genommen. Auch weil der Mann sonst keine festen sozialen Kontakte gepflegt habe, sei ein Vertrauensverhältnis entstanden.

2021 soll der Mann die Frau laut den Ermittlungen als Alleinerbin eingesetzt haben – im folgenden Jahr habe er es mit ihr beim Nachlassgericht hinterlegt. Neben einem Grundstück mit Einfamilienhaus und einer Wohnung listet die Anklage als Vermögen mindestens 1,5 Kilogramm Gold und mehr als 133.000 Euro Buchgeld auf.

Nach Streit: Domina zieht Konsequenzen

Laut der Staatsanwältin kam es Mitte 2025 zum Streit den beiden. Dabei habe der Mann erklärt, er werde die Frau „aus seinem Testament streichen“. Die Angeklagte habe sich deshalb zu der Tat entschieden.

Zwischen dem 17. und 18. Juni 2025 hatten beide laut Anklage eine „Session“ im ersten Obergeschoss des Wohnhauses des Mannes geplant. Die Frau soll den Mann laut der Anklage dabei unvermittelt angegriffen haben. Das Opfer starb demnach an einem schweren, stumpfen Schädel-Hirn-Trauma und einer Schädelfraktur. Laut Anklage wurde vermutlich sechs bis zwölf Mal mit einem stumpfen Werkzeug zugeschlagen.

In den Tagen danach soll die Frau versucht haben, das Opfer telefonisch zu erreichen – um „den Tatverdacht von sich abzulenken“. Erst am 6. Juli sei sie zu seinem Haus gegangen und habe auch die Nachbarn nach dem Verbleib des Mannes gefragt. Dabei habe sie sogar eine Vermisstenanzeige erstattet, sagte die Staatsanwältin. Am Tag darauf habe die Polizei schließlich die Leiche des Mannes entdeckt.

Mehr als 20 Verhandlungstage sind geplant. Zum Prozessbeginn bestritt die Frau die Tat.

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