Böse Überraschung für Autofahrer

Aktivisten nehmen Hamburger Reichen-Viertel ins Visier


Aktualisiert am 28.09.2026 – 13:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Platter Reifen (Symbolbild): Dutzende Fahrzeuge sollen betroffen sein. (Quelle: IMAGO/imago)

Zahlreiche Autofahrer müssen in Hamburg vorerst auf ihren Wagen verzichten. Aktivisten haben mit einer Aktion Ärger und Ermittlungen der Polizei ausgelöst.

Unbekannte haben am Sonntagabend und in der Nacht auf Montag offenbar aus dutzenden Autos in Hamburg die Luft aus den Reifen gelassen. Klimaaktivisten der Gruppierung „Widerstandskollektiv“ bekannten sich zu der Sabotageaktion. Auf eine kurzfristige Anfrage von t-online äußerten sich die Aktivisten zunächst nicht.

Eine Polizeisprecherin erklärte dem „Hamburger Abendblatt“, eine mittlere zweistellige Zahl an Fahrzeugen sei betroffen. Demnach handelte es sich meist um hochwertige SUV. Die Unbekannten schlugen dem Bericht zufolge in den noblen Stadtteilen Pöseldorf und Winterhude zu.

  • Luxusautos im Visier: Sylt-Urlauber erleben böse Überraschung

An mehreren Autos seien Sticker mit der Aufschrift „Stillgelegt“ entdeckt worden, berichtete die Zeitung weiter. In einem Bekennerschreiben hieß es: „Die Modelle des Typs SUV sind für den städtischen Raum aus mehreren Gründen eine Zumutung. Sie sind für die Straßenlage vollkommen übermotorisiert und stoßen viele Schadstoffe aus.“ Nach eigenen Angaben nutzten die Aktivisten kleine rote Linsen, um die Luft aus den Reifen zu lassen – die Reifen wurden also nicht zerstochen oder aufgeschnitten.

Absperrband der Polizei und ein Aufkleber mit dem Schriftzug „Stillgelegt“: Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. (Quelle: Bodo Marks/dpa)

Der Staatsschutz ermittle wegen des Verdachts der Sachbeschädigung und wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, teilte die Polizei mit. Mehrere Halter hätten bereits Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gestellt.

Klimaaktivisten ärgerten auch Sylt-Urlauber

Erst im August hatten Aktivisten des „Widerstandskollektivs“ auf Sylt Ärger bei Urlaubern erregt. Auch dort ließen sie mittels kleiner Linsen die Luft aus den Reifen hochwertiger Autos. „Es geht nicht um Sie als Person, sondern um die Art von Fahrzeug und den damit verbundenen Autoverkehr“, hatten die Aktivisten damals erklärt.

Eine Polizeisprecherin hatte in Reaktion auf die Aktion mitgeteilt, es handele sich nicht um eine Sachbeschädigung im klassischen Sinn. Denn die Reifen seien nicht zerstochen worden, sondern es sei mithilfe einer roten Linse langsam und kontrolliert die Luft abgelassen worden. Weitere mögliche Straftatbestände sollten geprüft werden.

Share.
Die mobile Version verlassen