„Katastrophaler Herbst“
Seltener Anblick am Matterhorn: Kachelmann äußert sich
Aktualisiert am 28.09.2026 – 20:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein 4.478 Meter hoher Berg in den Alpen, aber kein Schnee. Der Anblick beunruhigt auch den Wetterexperten Jörg Kachelmann.
Der Sommer hat zahlreichen Gletschern in den Alpen kräftig zugesetzt. Außergewöhnlich hohe Temperaturen ließen Schneedecken schmelzen, teils hatten die Wetterbedingungen auch massive Auswirkungen auf Wanderer, und der Wassermangel machte Hüttenwirten zu schaffen.
Jetzt hat sich auch der Meteorologe und ehemalige ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann eingeschaltet und auf ein auf der Plattform X verbreitetes Foto reagiert. Es zeigt das Standbild einer Webcam, die auf den Gipfel des 4.478 Meter hohen Matterhorns in den Schweizer Alpen gerichtet ist – der Gipfel ist augenscheinlich komplett ohne Schnee.
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Kachelmann schrieb dazu: „Es war ein katastrophaler Sommer und ist bisher ein katastrophaler Herbst für die Alpengletscher.“ Auch in den Kommentaren zeigten sich viele Nutzer fassungslos. „Wahnsinn! Es potenziert sich immer schneller. Wir werden leider bis jetzt noch unvorstellbare Phänomene erleben müssen“, meint ein Nutzer. Und ein anderer schrieb: „Ich glaube, es hat niemand mehr eine Vorstellung davon, wie tief wir in Schwierigkeiten stecken.“
Alpen: Wann die Gletscher komplett verschwunden sein könnten
Wie schlecht es um die Gletscher in den Alpen bestellt ist, machte erst kürzlich ein Forscherteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich deutlich: Mithilfe einer interaktiven Karte lässt sich der Zusammenhang zwischen Erderwärmung und dem Verschwinden der Gletscher nachvollziehen. Bei einer Erderwärmung um zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, so die Prognose, wäre der Matterhorngletscher im Jahr 2041 komplett verschwunden.
Zuletzt hatten Bilder des „weinenden“ Matterhorns Schlagzeilen gemacht: Ein Bergführer fotografierte gigantische Wassermassen, die den Berg herunterflossen. Und am Mont Blanc führten die Hitzewellen im Sommer zu lebensgefährlichen Zuständen, sodass die Behörden mehrere Hütten zwischenzeitlich komplett schließen mussten. Die hohen Temperaturen lockerten Felsverbände, Gletscher verloren ihre schützende Schneedecke.
