„Unfassbar traurig“

Prien stellt Förderung ein – Beratungsangebot am Ende

05.11.2026 – 15:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Karien Prien: Die CDU-Ministerin hat die Förderung zahlreicher Jugendprojekte kürzen lassen. (Quelle: IMAGO/Mike Schmidt/imago)

Die Nachfrage nach Unterstützung für queere Jugendliche ist zuletzt gestiegen. Besonders häufig geht es laut Lambda um psychische Krisen und Gewalt in der Familie.

Das Jugendnetzwerk Lambda hat angekündigt, seine bundesweite Beratung für junge queere Menschen zum Jahresende einzustellen. Der Verband teilte am Dienstag auf Instagram mit, das Bundesjugendministerium unter Ministerin Karin Prien (CDU) habe seine zentrale Förderung gekündigt. Eine Finanzierungslücke habe Lambda trotz Bemühungen nicht schließen können.

Seit 1995 gehört Beratung zum Angebot des Verbands. Junge Menschen hätten sich mit Fragen zum Coming-out und zur eigenen Identität an Lambda gewandt, aber auch in schweren psychischen Krisen. Zuletzt seien die Anfragen weiter gestiegen. Neue Fälle nimmt der Verband nach eigenen Angaben ab sofort nicht mehr an.

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Laufende Beratungen sollen bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Lambda will Ratsuchende dabei unterstützen, andere passende Angebote zu finden. Der Verband prüfe zudem neue Fördermöglichkeiten, um den Queersupport später wieder aufnehmen zu können.

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Lambda sieht wichtige Anlaufstelle wegfallen

„Gerade in einer Zeit, in der Queerfeindlichkeit zunimmt und Safer Spaces für queere Menschen immer weiter unter Druck geraten, verlieren junge Queers eine wichtige bundesweite Anlaufstelle“, erklärte Lambda. Die Entscheidung mache den Verband „unfassbar traurig“ und auch wütend.

Besonders häufig gehe es in den Beratungen inzwischen um Suizidgedanken, selbstverletzendes Verhalten oder Gewalt in der Familie. Lambda dankte den ehrenamtlichen Peerberaterinnen und -beratern sowie dem hauptamtlichen Team, die junge Menschen über Jahre begleitet hätten.

Hinweis der Redaktion:

Berichte über Suizide können wissenschaftlichen Studien zufolge Anreiz für Nachahmungen geben. Wir berichten daher nur dann über Selbsttötungen, wenn die Betroffenen besonders prominent oder die Begleitumstände außergewöhnlich sind. Falls Sie selbst viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.

Die Streichung der Förderung hatte zuvor Kritik ausgelöst. Rund 200 Organisationen sprachen sich in einem offenen Brief für den Erhalt der Beratung aus. Mehr als 140 Forschende warnten ebenfalls vor den Folgen der Kürzung. Sie gefährde „das Aufwachsen queerer junger Menschen und die pluralistische Demokratie“.

Prien hatte Ende August nach dem Terroranschlag auf den CSD Berlin erklärt, sie habe verstanden, dass der Schutz queerer Gruppen gestärkt werden müsse. „Sie sich in ihrem Umfeld bedroht fühlen oder auch objektiv bedroht sind“, sagte die Ministerin damals.

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