Nach Rüge des Rechnungshofs
Kultursenatorin Wedl-Wilson bittet um Entlassung
Aktualisiert am 24.04.2026 – 10:09 UhrLesedauer: 1 Min.
Berlins Rechnungshof rügt massive Verstöße bei der Vergabe von Förder-Millionen gegen Antisemitismus. Nun zieht Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson Konsequenzen.
Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson will im Zusammenhang mit der umstrittenen Vergabe von Fördermitteln gegen Antisemitismus zurücktreten. Sie habe den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) um ihre Entlassung gebeten, teilte die parteilose Politikerin mit. Zuvor hatte der Berliner Landesrechnungshof die Förderung einer Reihe von Projekten in Millionenhöhe als rechtswidrig bewertet.
Noch am Donnerstagmorgen hatte Wedl-Wilson im Abgeordnetenhaus auf den ihr vorliegenden Berichtsentwurf reagiert. „Er beinhaltet Erwartungen und Empfehlungen, die ich erfüllen möchte“, sagte sie im Parlament. Auf die Frage des AfD-Abgeordneten Tommy Tabor, wer für die rechtswidrig ausgezahlten Gelder hafte, antwortete Wedl-Wilson: „Die Verwaltungsvorgänge sind komplex.“
Später führten Wegner und Wedl-Wilson im Abgeordnetenhaus ein längeres Gespräch – das berichten „B.Z.“ und „Tagesspiegel“ übereinstimmend. Wegner soll ihr dabei klargemacht haben, dass ein Rückzug unausweichlich sei, so der „Tagesspiegel“.
Für Wegner ist es das zweite Mal, dass er einen neuen Kultursenator suchen muss. Wedl-Wilson war nach dem Rücktritt von Joe Chialo (CDU) im Jahr 2025 zur Senatorin ernannt worden.
