Ausflugstipp für Aachener

Dieses hübsche Eifel-Dorf macht Geschichte erlebbar


Aktualisiert am 24.04.2026 – 04:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Kirche St. Mathias in Reifferscheid (Archivfoto): Das Dorf wurde deutschlandweit ausgezeichnet. (Quelle: Werner Otto)

Die Burgruine Reifferscheid in Hellenthal ist ein Relikt aus früheren Zeiten und fast 1.000 Jahre alt. Im Frühling können Wanderer hier besonders gut auf Entdeckungstour gehen.

Das Matthiastor, ein mittelalterliches Stadttor mit zwei flankierenden Türmen, heißt Besucherinnen und Besucher in Reifferscheid willkommen. Es vermittelt schon beim Betreten des Ortes einen Eindruck davon, was das kleine Eifeldorf so besonders macht: In dem Wahrzeichen steckt nahezu ein Jahrtausend Geschichte.

Die Ruine der Burg Reifferscheid liegt im Ortsteil Hellenthal und rund 50 Kilometer südlich von Aachen. Damit ist sie ein lohnendes Ziel für einen Tagesausflug in den Frühlings- und Sommermonaten. In Reifferscheid leben nur etwa 500 Menschen, doch die Ruine hat den Ort längst über die Region hinaus bekannt gemacht.

Hinter dem gepflegten Erscheinungsbild des Ortes verbirgt sich das jahrzehntelange Engagement einer Dorfgemeinschaft, die sich seit vielen Jahren für den Erhalt ihrer Ruine einsetzt – und dafür bereits mehrfach mit Auszeichnungen geehrt wurde.

Beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ etwa holte Reifferscheid im Jahr 1991 Gold auf Landesebene und Silber auf Bundesebene. 2008 sicherte sich der Ort unter dem neuen Wettbewerbsnamen „Unser Dorf hat Zukunft“ erneut eine Silberauszeichnung – dieses Mal im NRW-weiten Vergleich.

Das Mathiastor mit seinen zwei Türmen empfängt Besucher als erstes Highlight der Burgruine, die bereits im Jahr 1106 erstmals urkundlich erwähnt wurde. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Pfarrkirche St. Mathias, die auf einer Höhe von mehr als 400 Metern majestätisch über dem Ortskern thront und von zahlreichen historischen Gebäuden sowie charakteristischen Fachwerkhäusern umgeben ist. Wer die Burgruine besuchen möchte, kann den eigens dafür angelegten Parkplatz direkt vor der Anlage nutzen.

Hinter den Burgmauern verbirgt sich eine bewegte Vergangenheit: Über viele Jahre hinweg war die Anlage zahlreichen Belagerungen ausgesetzt – unter anderem durch die Truppen der Erzbischöfe von Jülich, Lüttich und Köln. Erst im 15. Jahrhundert gelang es der Familie von Reifferscheid, die Herrschaft über die Burg zurückzugewinnen. Später diente sie dem Adelsgeschlecht Salm-Reifferscheid als Stammsitz. Im Jahr 1669 fiel die Burg einem verheerenden Brand zum Opfer und wurde anschließend wieder aufgebaut.

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