Prozess in Kroatien
Nord-Stream-Verdächtiger soll offenbar nach Deutschland ausgeliefert werden
25.09.2026 – 10:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Ermittlungen zu den Nord-Stream-Explosionen ziehen sich weiter. Im Mittelpunkt steht ein ukrainischer Verdächtiger, der nun nach Deutschland gebracht werden könnte.
Ein kroatisches Gericht hat offenbar die Auslieferung eines ukrainischen Staatsbürgers nach Deutschland genehmigt, der im Zusammenhang mit den Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines im Jahr 2022 verdächtigt wird. Das ukrainische Nachrichtenportal „Suspilne“ berichtete am Donnerstag über die Entscheidung. Der Mann, der als Vladimir Z. identifiziert wurde, war im August aufgrund eines europäischen Haftbefehls in einem Hotel in der kroatischen Küstenstadt Pula festgenommen worden.
Deutsche Ermittler werfen Vladimir Z. vor, als Taucher Teil einer Gruppe gewesen zu sein, die hinter den Explosionen steckte. Die Explosionen hatten die Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 beschädigt. Während Nord Stream 1 für den Transport russischen Gases nach Europa genutzt wurde, war Nord Stream 2 zum Zeitpunkt der Explosionen noch nicht in Betrieb. Vladimir Z. bestreitet eine Beteiligung. Sein Anwalt bezeichnete die kroatische Gerichtsentscheidung als voreingenommen und politisch motiviert und kündigte Berufung an.
Zwei Verdächtige im Fokus der Ermittler
Ein weiterer Verdächtiger in dem Fall ist der ehemalige ukrainische Armeeoffizier Serhii K. Die deutsche Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Explosionen organisiert und dabei im Auftrag ukrainischer staatlicher Stellen gehandelt zu haben. Er wurde im August 2025 in Italien festgenommen und im November nach Deutschland überstellt. Auch er bestreitet eine Beteiligung an den Explosionen nahe der dänischen Insel Bornholm.
Das Kreisgericht in Pula bestätigte am Donnerstag die getroffene Entscheidung, wollte jedoch zunächst keine weiteren Einzelheiten nennen. Zunächst müsse abgewartet werden, ob die Beteiligten Rechtsmittel einlegen. Sollte die Entscheidung rechtskräftig werden, könnte Vladimir Z. nach Deutschland überstellt werden.












