Kritik an Merz‘ Kurs

JU-Landeschefin tritt zurück und verlässt die CDU

Aktualisiert am 30.07.2026 – 14:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Laura Strohschneider auf dem Parteitag der CDU: Die JU-Chefin in Brandenburg verlässt die Christdemokraten. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Die Junge Union Brandenburg verliert ihre Landeschefin. Laura Strohschneider tritt zurück – und zieht damit die Konsequenzen aus ihrem Zerwürfnis mit der CDU.

Die Landeschefin der Jungen Union (JU) Brandenburg, Laura Strohschneider, tritt von ihrem Amt zurück und aus der Partei aus. In einer Nachricht an die Mitglieder, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, begründete sie dies mit Kritik am Spitzenpersonal und am Kurs der Bundesregierung.

„Dass unserem Spitzenpersonal die Glaubwürdigkeit verloren gegangen ist, ist für mich ein Symptom eines tieferliegenden Problems“, heißt es in der Erklärung der 29-Jährigen. „Auch die inhaltliche Richtung, die diese Bundesregierung fährt, ist meines Erachtens nicht die, für die wir Wahlkampf gemacht und für die uns die Wähler ihre Stimme geschenkt haben.“

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JU-Chefin sieht CDU-Kurs in Sackgasse

Der Kurs der CDU führt aus ihrer Sicht in eine Sackgasse. „Wir haben uns aus ideologischen Gründen in eine Lage manövriert, in der wir getrieben von Angst vor dem Verlust des Koalitionspartners zwingend notwendige Reformen nicht im erforderlichen Umfang durchsetzen und stattdessen sogar noch weitere Fehlsteuerungen vornehmen“, kritisierte Strohschneider. „Ich glaube nach allem leider nicht mehr daran, dass die CDU die Partei ist, die Deutschland ‚wieder nach vorne‘ bringen kann.“

Die bisherige JU-Landeschefin nannte als Beispiel die Grundgesetzänderung zur Schuldenbremse und die Einkommensteuerreform. Viele Leistungsträger würden nach zu erwartenden Steigerungen bei den Sozialabgaben weniger Netto vom Brutto haben, kritisierte sie.

Ex-JU-Landeschefin: Keine wohlstandsfreundliche Politik

Sie habe große Hoffnung darin gehabt, dass mit einer CDU-geführten Bundesregierung wieder eine leistungs- und wohlstandsfreundliche Politik für Deutschland verfolgt werde, erklärte sie. „Stattdessen gehen die Entscheidungen aber weiter in eine Richtung, die es den Fleißigen in unserer Gesellschaft immer schwieriger macht.“

Deshalb trete sie von ihrem Amt als Landesvorsitzende der Jungen Union Brandenburg sowie von allen anderen Funktionen in CDU und JU – darunter das Amt als Ostbeauftragte der JU Deutschlands – zurück, kündigte sie an. „Gleichzeitig habe ich soeben meinen Austritt erklärt.“

Strohschneider war seit 2016 Mitglied der CDU. Von 2019 bis 2021 war sie Kreisvorsitzende der Jungen Union Jena. Sie wurde 2023 zur Landesvorsitzenden der JU Brandenburg, der Jugendorganisation der CDU, gewählt. Die Juristin ist seit 2019 Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens im Bereich Vermietung und Hausverwaltung.

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