Landtagswahl
Sachsen-Anhalt-Wahl: Mehr als jeder Zweite hat abgestimmt
Aktualisiert am 06.09.2026 – 15:02 UhrLesedauer: 4 Min.
In den Umfragen hat die AfD stets mit Abstand vor der CDU gelegen. Heute fällt die Entscheidung über die Politik der kommenden fünf Jahre. Die Wahllokale sind sehr gut besucht.
Das Interesse an der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist groß – bis zum frühen Nachmittag hatte schon mehr als jeder Zweite seine Stimme abgegeben. Um 14.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 54,4 Prozent, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in Magdeburg mitteilte. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren betrug die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt nur 27,1 Prozent, 2016 lag sie bei 35,4 Prozent. Die Datenbasis ist eine stichprobenartige Rückmeldung aus repräsentativen Urnenwahlbezirken, hieß es. Die Wahlbeteiligung wird zu diesen Zeitpunkten ohne Briefwahl festgestellt. Zur Wahl sind rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen.
Die insgesamt rund 2.130 Wahllokale im Land haben heute noch bis 18.00 Uhr geöffnet.
Die Wahl wird im Land, aber auch weit darüber hinaus mit Spannung beobachtet, weil die AfD in allen Umfragen deutlich vor der CDU von Ministerpräsident Sven Schulze lag und eine Alleinregierung als Ziel ausgerufen hat.
Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Es wurde auch Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert. Zum einen ist die Polizei laut Innenministerium flächendeckend präsent, um die per Grundgesetz garantierte freie und unbeeinflusste Ausübung des Wahlrechts zu garantieren. Zudem waren für den Sonntag mehrere Demonstrationen angemeldet, ab dem Nachmittag in Magdeburg beispielsweise auf dem Domplatz unter dem Motto „Sachsen-Anhalt juckt mich! Sachsen-Anhalt bleibt weltoffen!“.
Auch müssen Wahlpartys der Parteien sowie die zentrale Veranstaltung des Landtags in den Magdeburger Messehallen abgesichert werden. Für die Berichterstattung sind laut Landtagsverwaltung mehrere Hundert Medienvertreter angemeldet, viele auch aus dem Ausland.
Am Vormittag traten die Spitzenkandidaten in ihren Wohnorten an die Wahlurnen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund fuhr in seiner Heimatstadt Tangermünde gemeinsam mit seiner Ehefrau auf einer blauen Simson zum Wahllokal. Auf dem Moped war Siegmund schon im Wahlkampf immer wieder unterwegs, unter anderem für Ausfahrten mit Wählerinnen und Wählern. Ministerpräsident Schulze, der darum kämpft, im Amt bleiben zu können, wählte ebenfalls gemeinsam mit seiner Frau. „Dann warten wir mal ab“, sagte der 47-Jährige nach seiner Stimmabgabe.
