Zu geringe Rücklagen
Krankenkassen: Zusatzbeiträge bleiben unter Druck
14.05.2026 – 14:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Krankenkassen kämpfen weiter mit stark steigenden Ausgaben, das Defizit im Gesundheitsfonds wird größer. Für die Versicherten könnte das unliebsame Folgen haben.
Während in der Politik noch um das Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen gerungen wird, verschärft sich die Situation für die Krankenkassen weiter. So steigen die Ausgaben der Kassen weiter deutlich schneller als ihre Einnahmen. Dies geht aus der aktuellen Wettbewerbsanalyse des IT-Dienstleisters Bitmarck hervor, die t-online vorliegt.
Nachdem die Ausgaben im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent auf 347 Milliarden Euro gestiegen waren, geht Bitmarck in diesem Jahr von einem weiteren Anstieg der Ausgaben um sieben Prozent aus. Die Zuwächse bei den Einnahmen fallen mit 3,7 Prozent (2025) beziehungsweise 6,0 Prozent (2026) hingegen wesentlich niedriger aus. Entsprechend größer wird somit der Fehlbetrag im Gesundheitsfonds, den die Krankenkassen über Zusatzbeiträge ausgleichen müssen. Betrug das Defizit im vergangenen Jahr bereits 52 Milliarden Euro, dürfte es in diesem Jahr auf 59 Milliarden Euro ansteigen, schätzt Bitmarck.
Kassen müssen Rücklagen aufbauen
Um dieses Defizit auszugleichen, müssen die Kassen einen durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 3,0 Prozent erheben. Dies ist höher als der von der Politik festgelegte Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent, jedoch niedriger als der tatsächlich von den Kassen aufgerufene Durchschnittszusatzbeitrag von 3,14 Prozent.
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Laut Bitmarck erheben derzeit 70 Prozent der Kassen einen höheren Zusatzbeitrag, als zur Deckung der Kosten nötig wäre. Der Grund hierfür: Die Krankenkassen sind verpflichtet, Rücklagen aufzubauen. Diese müssen 20 Prozent einer Monatsausgabe betragen – Ende 2024 lagen diese im Gesamtdurchschnitt jedoch nur noch bei rund sechs Prozent. Die Mindestreserve dient dazu, Ausgabenschwankungen zu stabilisieren und die Zusatzbeiträge somit nicht erhöhen zu müssen.
Versicherten drohen steigende Zusatzbeiträge
Ende 2025 verfügten jedoch noch immer 60 Prozent der Krankenkassen nicht über die erforderliche Mindestreserve. Dieser Anteil dürfte sich zwar durch die Erhöhung der Zusatzbeiträge zum Jahreswechsel bei vielen Kassen verringern. Dennoch werde bis Ende des Jahres weiterhin ein Drittel der Krankenkassen das Mindestreserveziel nicht erfüllen, prognostiziert Bitmarck. Hier drohen Versicherten folglich erneut steigende Zusatzbeiträge.
Für das kommende Jahr will Bitmarck indes keine Prognose abgeben. Ein belastbarer Ausblick auf das Jahr 2027 sei derzeit kaum möglich, da es noch eine Vielzahl an Diskussionen und Änderungsvorschlägen zum aktuellen Gesetzesentwurf des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes gebe.











