Milliardenprojekt verbindet beide Unternehmen

Spekulationen über eine mögliche Fusion gibt es deshalb schon länger. Beide Unternehmen arbeiten bereits gemeinsam an Großprojekten. Besonders wichtig ist dabei die Halbleiterfabrik „Terafab“ in Texas.

Dort sollen Chips für Tesla und SpaceX produziert werden. Laut Unterlagen könnte das Projekt bis zu 119 Milliarden Dollar kosten. Musk sprach zuletzt selbst darüber, wie kompliziert die Zusammenarbeit zwischen beiden Konzernen bereits heute sei.

Denn jede gemeinsame Entscheidung müsse von beiden Verwaltungsräten genehmigt werden. Dabei gehe es vor allem darum, die Interessen der Aktionäre beider Unternehmen zu schützen.

Kartellbehörden dürften Alarm schlagen

Selbst wenn Elon Musk eine Fusion anstreben würde, dürfte der Widerstand enorm ausfallen. Tesla wird derzeit mit rund 1,3 Billionen Dollar bewertet, SpaceX sogar mit bis zu zwei Billionen Dollar. Ein Zusammenschluss dieser Größenordnung würde weltweit die Kartellbehörden auf den Plan rufen.

Hinzu kommt: Tesla-Aktionäre müssten einer starken Verwässerung ihrer Anteile zustimmen. Das bedeutet, dass ihr prozentualer Anteil am Unternehmen durch neue Aktien sinken würde.

Vor allem aber könnten Wettbewerbshüter argumentieren, dass ein kaum noch angreifbares Technologie-Monopol entsteht. Die Kombination aus Starlink-Satelliten, autonom fahrenden Tesla-Fahrzeugen, Optimus-Robotern, Energieversorgung und KI-Infrastruktur würde zentrale Zukunftsmärkte bündeln.

Konkurrenten wie Alphabet, Amazon oder Apple hätten es deutlich schwerer, in diesen Bereichen mitzuhalten. Deshalb könnten Behörden verlangen, einzelne Unternehmensteile abzuspalten, etwa militärische Bereiche von SpaceX. Ein solcher Prozess würde vermutlich Jahre dauern.

Die Risiken wären gewaltig

Die gesellschaftlichen Risiken eines solchen Mega-Konzerns wiegen möglicherweise noch schwerer. Ein geschlossenes Technologie-Ökosystem würde nämlich enorme Macht in den Händen einer einzelnen Person konzentrieren: Elon Musk.

Zugleich würde die Abhängigkeit von einem einzigen System massiv steigen. Ein technischer Fehler, ein Hackerangriff oder ein globaler Softwarefehler könnten gleichzeitig Kommunikationsnetze, Stromspeicher und Transportsysteme beeinträchtigen.

Kritiker warnen deshalb auch vor möglichem Machtmissbrauch. Ohne ausreichend Wettbewerb könnte ein solcher Konzern den Zugang zu zentraler Infrastruktur beeinflussen, einschränken oder nach eigenen Interessen steuern.

Genau deshalb wirkt eine Fusion von Tesla und SpaceX gleichzeitig faszinierend und beunruhigend: Sie könnte den mächtigsten Technologiekonzern der Welt schaffen – aber auch ein System, das womöglich zu groß wäre, um es noch wirksam zu kontrollieren.

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