Der höchste Berg in Ozeanien droht sein ewiges Eis für immer zu verlieren. Ein Umweltforscher, der dort war, warnt vor den Folgen.
Indonesien gilt als beliebtes Urlaubsland mit tropischem Klima und Traumstränden. Was viele nicht wissen: In Indonesien befindet sich auch der weltweit höchste Berg auf einer Insel: der Puncak Jaya. Auf Neuguinea erhebt er sich mit seinen 4.884 Metern und gilt damit als höchster Berg Ozeaniens. Auf dem Berg befindet sich ein jahrhundertealter Gletscher, der East Nortwall Firn.
Neue Forschungsergebnisse des dänischen Umweltwissenschaftlers und Dokumentarfilmers Klaus Thymann zeigen: Der Gletscher ist massiv bedroht und könnte bereits in wenigen Jahren verschwunden sein. Im Interview spricht Thymann über schlaflose Nächte im Zelt und formuliert einen Appell an die Gesellschaft.
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t-online: Herr Thymann, woher kommt Ihre Faszination für die Forschung an Gletschern?
Klaus Thymann: Gletscher sind perfekte Indikatoren für den Klimawandel, weil sie nur auf langfristige Trends reagieren. Nehmen wir als Beispiel eine kurze Hitzewelle. Diese ist zwar eine Folge des Klimawandels, aber auch Teil des sich sehr kurzfristig ändernden Wetters. Man kann also nicht sagen, dass eine Hitzewelle nur auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Bei Gletschern ist das anders: Schmelzen sie, ist das ein eindeutiges Zeichen für den fortschreitenden Klimawandel. Gletscher kommen zudem auf allen sieben Kontinenten vor. Wir können mit ihnen also ein globales Phänomen beschreiben.
Warum interessieren Sie sich gerade für den Puncak Jaya in Indonesien? Viele Menschen verbinden mit der Region hohe Temperaturen und Strände, aber keinen Gletscher.
Der Puncak Jaya ist ein exotischer, abgelegener und faszinierender Ort – aber auch ein komplizierter und gefährlicher. Lange Zeit war Forschung dort unmöglich. Der Berg liegt in einer Konfliktzone, der Aufstieg war lange durch die Regierung verboten. Und ohne eine behördliche Genehmigung finde ich solch eine Forschungsmission auch ethisch nicht vertretbar. Anders als etwa alpine Gletscher sind tropische Gletscher bislang nicht so intensiv erforscht worden. Wir haben jahrelang auf diese Mission hingearbeitet.

Zur Person
Klaus Thymann (*1974 in Kopenhagen) studierte Umweltwissenschaften an der staatlichen Open University in Großbritannien. 2008 gründete er Project Pressure, eine gemeinnützige Forschungsorganisation, die sich unter anderem mit Veränderungen an Gletschern beschäftigt. Thymann ist als beratender Umweltwissenschaftler an der Universität Stockholm tätig und Mitglied in mehreren Forschungsverbänden. Er ist mehrfach preisgekrönter Fotograf und Dokumentarfilmer und arbeitete etwa für BBC, Bloomberg, CNN und die „New York Times“.
Wie war der Moment, als Sie den Puncak Jayak zum ersten Mal gesehen haben?












