Spritmangel in der Luftfahrt
Kommunikationschaos bei Reiche: Israel liefert doch Kerosin
Aktualisiert am 06.05.2026 – 16:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Iran-Krieg lässt Treibstoffvorräte sinken. Vor allem die Luftfahrt bangt um Nachschub. Israel will Deutschland beispringen – doch das Wirtschaftsministerium wusste davon offenbar zunächst nichts.
Angesichts der angespannten Lage auf den Energiemärkten durch den Iran-Krieg will Israel Deutschland mit Lieferungen von Flugzeugtreibstoff beispringen. Im Rahmen einer bestehenden Energiepartnerschaft habe Israel in Aussicht gestellt, durch Lieferungen von Kerosin und Erdgas zu unterstützen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage in Berlin mit. Angaben zu Details und Mengen lägen nicht vor, da Unternehmen die Verträge machten. Zuvor hatte das Ministerium noch angegeben, nichts über die Lieferungen zu wissen.
Die Bundesregierung und das Ministerium flankierten prinzipiell eventuelle Lieferungen mit Gesprächen, erläuterte eine Sprecherin des Ressorts. Das Ministerium befinde sich mit mehreren Ländern in konstruktiven Gesprächen, darunter auch mit Israel.
Zuvor hatten Israels Außen- und Energieministerium mitgeteilt, angesichts der Blockade der Straße von Hormus Kerosin nach Deutschland zu liefern. Außenminister Gideon Saar habe bei einem Besuch am Dienstag in Berlin auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) informiert.
Dennoch wollte das Ministerium am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des „Spiegel“ zunächst nicht bestätigen. Das Magazin hatte unter Berufung auf israelische Angaben berichtet, Israel liefere auf Bitten des deutschen Energieministeriums Kerosin nach Deutschland. Dazu lägen „derzeit keine Erkenntnisse vor“, hatte die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums gesagt. Grundsätzlich gelte, dass beim Ankauf von Gas, Rohöl oder Rohölprodukten Unternehmen die Verträge machten. Die Bundesregierung flankiere prinzipiell mit Gesprächen eventuelle Lieferungen, hieß es.
Nach Einschätzung des Ministeriums gibt es zudem keine Versorgungsengpässe bei Kerosin. „Es gibt derzeit keine physischen Energieknappheiten in Deutschland“, so eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch. Man beobachte die Lageentwicklung aufmerksam und sei im engen Austausch mit der Branche, um Auswirkungen auf die Luftfahrt zu beobachten und bei Bedarf schnell Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Bei einem Kerosin-Gipfel mit Vertretern der Mineralöl- und Luftfahrtindustrie am 20. April sei übereinstimmend berichtet worden, dass noch keine physischen Knappheiten eingetreten seien. Die „Financial Times“ hatte am Wochenende berichtet, der Spritvorrat im Westen reiche noch für vier Wochen. Zuvor hatte die Internationale Energieagentur IEA gewarnt, die Kerosinvorräte könnten zu Beginn der Feriensaison im Frühsommer aufgebraucht sein. Zahlreiche Fluglinien, darunter die angeschlagene Lufthansa, hatten deshalb Flüge gestrichen.












