Private Vorsorge ausbauen
CDU-Politiker will Häuser für Pflegekosten heranziehen
28.05.2026 – 00:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Pflegebedürftige sollen auch ihr Haus zur Deckung der Kosten einsetzen. Das fordert ein CDU-Spitzenpolitiker.
CDU-Fraktionsvize Albert Stegemann hat gefordert, dass Pflegebedürftige ihr Eigenheim zur Deckung der Pflegekosten einsetzen müssen, bevor der Staat zahlt. „Wer Vermögen besitzt, muss zunächst eigenes Vermögen einsetzen, auch das Eigenheim, bevor die Gemeinschaft zahlt“, sagte Stegemann der „Bild“-Zeitung (Donnerstagsausgabe). Einen Schutz des Erbes auf Kosten der Allgemeinheit lehnte er ab: „Ein Erbenschutzprogramm auf Kosten der Allgemeinheit kann es nicht geben.“
Die Pflegeversicherung steht nach Angaben von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vor einem Defizit von 22,5 Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren. Warken will mit einer großen Pflegereform gegensteuern.
Stegemann für mehr private Vorsorge
Stegemann sprach sich gegenüber der „Bild“-Zeitung auch für stärkere private Vorsorge aus. „Wer vorsorgt – mit privater Pflegezusatzversicherung, Aktiensparen oder Wohneigentum -, übernimmt Verantwortung für den Pflegefall“, sagte er. Ein Gesetzentwurf zur Reform war für Mai angekündigt worden, wurde aber verschoben. Er soll bis Anfang Juli vorliegen.
Auch der Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung soll laut Empfehlung der Wirtschaftsweisen wieder erschwert werden. Gelingen soll dies über eine Anpassung bei der Einstufung in den jeweiligen Pflegegrad. Durch eine Verschärfung der Kriterien würde es für die Menschen schwerer, in einen höheren Pflegegrad eingruppiert oder überhaupt als pflegebedürftig anerkannt zu werden.
Die Zahl der Pflegebedürftigen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen: Galten 2016 noch knapp zwei Millionen Menschen als pflegebedürftig, erhöhte sich deren Zahl im vergangenen Jahr auf über sechs Millionen. Maßgeblicher Grund hierfür ist der 2017 eingeführte erweiterte Pflegebegriff – vor allem Menschen mit Demenz, psychischen oder neurologischen Leiden erhielten dadurch leichter Zugang zu Leistungen aus der Pflegeversicherung.












