Rockte mit Lindenberg und Co.
Hamburger Rock-Ikone feiert 80. Geburtstag
Aktualisiert am 02.08.2026 – 07:24 UhrLesedauer: 4 Min.

Inga Rumpf prägte Hamburgs Rock- und Bluesszene wie kaum eine andere. Jetzt wird die Stimme einer ganzen Ära zum runden Geburtstag in der Elbphilharmonie gefeiert.
Wenn Inga Rumpf im September die Bühne der Elbphilharmonie betreten wird, schließt sich ein Kreis. Kaum eine deutsche Sängerin ist so eng mit Hamburg verbunden wie sie. Seit den 1960er-Jahren prägt die Blues- und Rockmusikerin die Musikszene der Hansestadt – zunächst in den Clubs auf St. Pauli, später auf internationalen Bühnen.
Geboren wurde Inga Rumpf am 2. August 1946 in Hamburg. Während in den 1960er-Jahren auf der Reeperbahn und in den Musikklubs der Beat boomte, entwickelte sie ihren unverwechselbaren Stil: eine kraftvolle, rauchige Stimme, die Blues, Rock, Soul und Gospel miteinander verbindet.

Bis heute Vorbild für viele Musikerinnen
Ihre erste größere Station waren die City Preachers, die als eine der wichtigsten Folkgruppen Deutschlands galten. Dort sammelte sie erste Bühnenerfahrungen, bevor sie Ende der 1960er-Jahre Mitgründerin von Frumpy wurde. Die Band entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten deutschen Rockgruppen ihrer Zeit. Titel wie „How the Gipsy Was Born“ machten Frumpy weit über Deutschland hinaus bekannt.
Rumpf wurde zur Frontfrau einer Szene, in der Frauen damals noch eine Ausnahme waren. „Es war in den 60er- und 70er-Jahren nicht üblich, dass eine Frau mit einer E-Gitarre auf der Bühne stand“, berichtete Rumpf in einem „Abendblatt“-Podcast. „Aber oft haben es die Zuschauer gar nicht gemerkt, weil die Typen in meiner Band noch längere Haare hatten als ich und weil ich wie sie ein Batik-Unterhemd getragen habe. Und dann noch meine tiefe Stimme …“

Nach der Auflösung von Frumpy gründete sie Atlantis. Auch diese Band feierte Erfolge und brachte Rumpf auf internationale Bühnen. Ein Meilenstein war die Zusammenarbeit mit Lynyrd Skynyrd: Atlantis eröffnete mehrere Konzerte der US-Südstaatenrocker und erreichte damit auch ein amerikanisches Publikum.
Darüber hinaus stand Rumpf mit internationalen Größen wie B. B. King, Santana, Aerosmith, Jethro Tull und Status Quo auf der Bühne. Für Tina Turner schrieb sie den Song „I Wrote A Letter“. Später arbeitete sie außerdem mit den Rolling-Stones-Musikern Keith Richards und Ronnie Wood zusammen. Richards bezeichnete sie rückblickend als einen „großzügigen“ Kollegen: Vor einer gemeinsamen Session habe er ihr eine Kiste bayerisches Bier mitgebracht, während für ihn und Ronnie Wood jeweils eine Flasche Jack Daniel’s bereitstand.












