Zverev nach erstem Major-Erfolg
Er steht vor einer Herkulesaufgabe
08.06.2026 – 12:14 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach seinem ersten Grand-Slam-Triumph träumt Alexander Zverev schon von weiteren Titeln. Die nächste Hürde ist allerdings enorm hoch.
Sein emotionaler Premieren-Titel auf der Grand-Slam-Bühne hat bei Alexander Zverev große Lust auf mehr gemacht. „Ich hoffe, dass auch mental bei mir irgendwas aufgeplatzt ist. Das ist schon etwas Besonderes, hier mit so einem Pokal zu sitzen“, sagte der deutsche Tennisstar nach seinem French-Open-Triumph bei der Pressekonferenz: „Natürlich möchte ich noch ein paar davon gewinnen.“
Die nächste Chance dazu gibt es beim Rasen-Klassiker Wimbledon, der in drei Wochen beginnt. Da der große Titeldruck durch den 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 (5:7), 6:1-Finalsieg am Sonntag in Paris gegen den Italiener Flavio Cobolli weg ist, sieht sich Zverev noch besser für die Duelle mit den Ausnahmekönnern Jannik Sinner (Italien) und Carlos Alcaraz (Spanien) gerüstet.
Zverev ist erfüllt und erleichtert
„Wenn ich jetzt im Finale stehe, werde ich wissen: Auch wenn ich das Finale verliere, bin ich ein Grand-Slam-Champion“, sagte der 29-Jährige. Das sei für ihn eine „Erfüllung“, aber auch eine „Erleichterung“. Das gebe ihm „etwas Freiheit“ und „etwas mehr Ruhe“. „Denn hätte ich auch diesen Kampf verloren, wäre mein Selbstvertrauen stark gesunken“, meinte der Hamburger: „Aber jetzt, wo ich gewonnen habe, habe ich das Gefühl, dass ich es wieder schaffen kann.“
Boris Becker hat auch dieses Gefühl. Aufgrund seiner drei vorangegangenen Final-Niederlagen bei Grand-Slam-Events habe sich Zverev „als Loser gefühlt, als Verlierer“, sagte der dreimalige Wimbledon-Gewinner bei Eurosport: „Er hat jetzt eine neue Seite in seinem Lebenswerk gefunden.“

Er habe es „allen gezeigt“, meinte Becker, „er ist Grand-Slam-Champion, er ist jetzt in einem ganz besonderen Klub – und das fühlt sich verdammt gut an“. Dass 30 Jahre nach seinem eigenen Triumph bei den Australian Open wieder ein deutscher Mann einen Grand-Slam-Sieg feiern konnte, dafür habe er „größte Bewunderung“, so Becker.
Dass Zverev allerdings schon beim prestigeträchtigen Turnier an der Londoner Church Road in drei Wochen seinen nächsten Grand-Slam-Erfolg einfahren kann, ist dennoch mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Denn im Gegensatz zu den auf Ascheplätzen ausgetragenen French Open – Zverevs bester Untergrund – erwarten ihn in Wimbledon bekanntlich Rasenplätze. Und auf dem grünen Geläuf hat der Deutsche seit jeher am meisten Probleme.












