Vergewaltigung angezeigt
Stadt nennt Zahlen zu sexuellen Übergriffen im Kölner Karneval
30.04.2026 – 09:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Jährlich beschäftigt die Kölner Polizei mehr als zwei Dutzend Sexualdelikte während der Karnevalstage. Die Stadt hat nun neue Zahlen veröffentlicht.
Rund 30 Sexualdelikte pro Jahr werden im Kölner Karneval angezeigt. Das geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung an die Fraktion der Linken hervor. Demnach sei die Zahl der angezeigten Delikte in den vergangenen zehn Jahren in etwa gleich geblieben. Pandemiebedingt seien zwischen den Jahren 2020 und 2022 weniger Taten gemeldet worden, heißt es in der Antwort weiter.
Ein Großteil der Anzeigen bezieht sich dabei auf sexuelle Belästigungen. Sie machen rund zwei Drittel der angezeigten Delikte aus. „Insgesamt lässt sich anhand der polizeilich bekannt gewordenen Fälle keine deutliche Zunahme sexueller Gewalt im Karneval belegen“, erklärte die Verwaltung in ihrer Antwort weiter.
Das Projekt EDELGARD, das sich seit Jahren als Beratungsstelle für junge Menschen gegen sexualisierte Gewalt auch im Karneval engagiert, sprach noch im Frühjahr von einer Zunahme sexualisierter Gewalt an den Karnevalstagen. „Immer mehr Männer zeigen eine antifeministische Haltung, während Fälle von Begrapschen und K.-o.-Tropfen zunehmen“, hieß es in einem Statement.
Das Projekt fordert unter anderem geschlechtergetrennte Toiletten sowie ein erhöhtes Beratungsangebot an den Karnevalstagen.
Die offiziellen Zahlen belegen laut Stadt keinen Anstieg, zumindest nicht bei den Anzeigen. Dabei ist allerdings klar festzuhalten, dass nicht jede Tat zur Anzeige gebracht wird. „Im Jahr 2024 war zwar ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr erkennbar, welcher jedoch vergleichbar mit dem Niveau vor der Pandemie ist“, erklärt die Stadt lediglich aus.
Die Verantwortlichen verweisen auf die Polizeikampagne „It’s a dress, not a yes“ und weitere Angebote, die auf sexuelle Übergriffe im Alltag und im Karneval aufmerksam machen soll. Ein Beitrag dazu sei alleine 2,4 Millionen Mal aufgerufen und von diversen prominenten Persönlichkeiten innerhalb und außerhalb des Karnevals geteilt werden. „Aufgrund der großen Aufmerksamkeit ist es wahrscheinlich, dass die Kampagne kurz vor Karneval auch das Anzeigeverhalten von Geschädigten beeinflusst“, heißt es seitens der Verwaltung weiter.












