Hält die Geschlossenheit bei den Grünen? Oder brechen nach dieser Wahl nun alte Grabenkämpfe zwischen den Flügeln wieder auf?
Ich habe gar keinen Bock auf Flügelkampf, ganz ehrlich. Am Ende sind wir alle Grüne in dieser Partei. Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass man nie einen Wahlkampf zu hundert Prozent für die nächste Wahl kopieren kann. Vor ein paar Monaten haben viele gesagt, man müsse es so machen wie der neue New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani, jetzt sagen viele: Krass, was Özdemir geschafft hat, wir müssen es so machen wie er. Einfach nur kopieren ist aber nicht die Lösung. Man muss schauen, was gut funktioniert hat. Und darauf aufbauen für einen neuen Wahlkampf in einer neuen Situation.
Fürchten Sie, dass sich Herr Özdemir mit einem gewissen Selbstbewusstsein jetzt auch auf Bundesebene einmischen wird?
Ich glaube, er hat aus seiner Sicht das schönste Amt anvertraut bekommen, das es gibt: Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Deswegen bin ich mir sicher: Sein Fokus liegt jetzt auf Baden-Württemberg. Wir sind stolz auf das, was er geschafft hat.
Würden Sie immer noch Zurückhaltung üben, wenn er den Ex-Grünen Boris Palmer in sein Kabinett holen würde?
Ich glaube, das würde er nicht tun.
Ich bin mir sicher, er stellt sein Kabinett vielfältig auf. Dazu gehört aber auch, dass das Kabinett breit von der Partei unterstützt und getragen ist. Da wird er einen Weg finden.
Was sind konkrete Lehren, die Sie aus der Wahl in Baden-Württemberg für die Bundespartei und Ihre Fraktion ziehen?
Das Wichtigste ist immer: Wir müssen den Menschen sagen, dass sie mit ihren Themen und Interessen an erster Stelle stehen. Außerdem müssen wir in Wahlkämpfen konkret zeigen, wie Klimaschutz geht. Dann sind die Wählerinnen und Wähler auch bereit, sich für Klimaschutz zu entscheiden. Von Cem Özdemir können wir lernen, dass er den Menschen klar gesagt hat, Klimaschutz und Wirtschaft gehören zusammen.











