Desinformationen zur Hitzewelle
Nein, so etwas gab es früher nicht
24.06.2026 – 13:58 UhrLesedauer: 3 Min.
Deutschland stöhnt unter einer anhaltenden Hitzewelle – und in sozialen Medien kursieren wieder alte Schlagzeilen als vermeintlicher Beleg, dass Berichte über den Klimawandel übertrieben seien. Was dahintersteckt.
Während Deutschland eine anhaltende Hitzewelle erlebt, verbreiten sich in sozialen Medien erneut Fotos alter „Bild“-Schlagzeilen aus den Jahren 1957 und 1975. Sie sollen belegen, dass es früher ähnlich heiß gewesen sei wie heute – und damit den Klimawandel infrage stellen. Mehrere unabhängige Faktenchecks zeigen jedoch, dass die verbreiteten Schlagzeilen irreführend sind.
Die aktuelle Hitzewelle
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für weite Teile Deutschlands vor starker bis extremer Hitze. Am Mittwoch werden im Tagesverlauf Höchstwerte zwischen 27 und 34 Grad im Norden sowie 32 bis 39 Grad im Rest des Landes erwartet. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen noch weiter steigen. Für den Westen und Südwesten werden ab Donnerstag lokal bis zu 41 Grad erwartet.
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Die Hitzewelle betrifft bereits seit Tagen weite Teile Westeuropas. Neben Deutschland sind unter anderem Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Belgien betroffen. Es ist die zweite Hitzewelle in Europa innerhalb eines Monats. Wissenschaftlern zufolge werden solche Phasen mit extrem hohen Temperaturen im Zuge des Klimawandels häufiger und heftiger.
Die kursierenden Schlagzeilen
Genau dieser Befund wird in sozialen Medien regelmäßig angezweifelt. Immer wenn die Temperaturen steigen, tauchen bei Facebook, WhatsApp, X und Co. Fotos alter Zeitungstitelseiten auf. Vor allem drei „Bild“-Schlagzeilen werden regelmäßig geteilt: „37 Grad – es bleibt so heiß“ vom 5. August 1975, „40 Grad Hitze – jetzt wird das Wetter lebensgefährlich“ vom 8. August 1975 sowie „56 Grad! Ganz Deutschland ein Brutofen!“ vom 7. Juli 1957.
Nutzer leiten daraus ab, dass der Klimawandel damals „noch nicht erfunden“ gewesen sei und aktuelle Warnungen daher übertrieben seien. Fest steht zwar: Alle drei Schlagzeilen sind echt. Dennoch sind die Schlussfolgerungen, die daraus gezogen werden, nicht haltbar.
Was hinter den Schlagzeilen steckt
Die 56 Grad aus dem Jahr 1957 beziehen sich nicht auf die Lufttemperatur. Liest man den zugehörigen Artikel, wird klar, worum es sich handelte: „Bei 56 Grad im Gehäuse versagte die Bahnhofsuhr von Wanne-Eickel den Dienst“, heißt es dort.












