
Einzelhändler leiden
„Das ist kein normaler Wettbewerb“
02.02.2026 – 13:48 UhrLesedauer: 3 Min.

Der Handelsverband Deutschland warnt vor einem weiteren Jahr ohne Schwung. Viele Händler erwarten sinkende Umsätze, doch eine Sparte wächst weiterhin.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat die Erwartungen für das Jahr 2026 gedämpft und ein nominales Umsatzplus von zwei Prozent in Aussicht gestellt. Preisbereinigt entspräche das lediglich einem Wachstum von 0,5 Prozent, teilte der HDE auf seiner Jahrespressekonferenz am Montag mit.
Wie angespannt die Lage in den Betrieben ist, zeigt eine Umfrage des Verbandes unter knapp 600 Handelsunternehmen: 49 Prozent rechnen 2026 mit niedrigeren Umsätzen als im Vorjahr, nur 23 Prozent erwarten ein Plus. Der HDE geht insgesamt von einem Branchenumsatz von 697,4 Milliarden Euro aus.
Im vergangenen Jahr machte der deutsche Einzelhandel trotz schwacher Konjunktur bessere Geschäfte. Preisbereinigt stieg der Umsatz laut Statistischem Bundesamt zum Vorjahr um 2,7 Prozent. Das Plus geht unter anderem auf eine Umstellung bei Amazon zurück, dessen Umsätze zuvor in Deutschland nicht erfasst wurden.
Der Handelsverband bewertete das Geschäft im vergangenen Jahr trotzdem pessimistisch. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sprach von einem „schwachen“ Jahr 2025, das für viele Unternehmen verloren sei. HDE-Präsident Alexander von Preen sagte: „Es sieht derzeit nicht nach dem großen Aufatmen im Einzelhandel aus.“
Größtes Problem bleibt laut HDE-Umfrage die Kaufzurückhaltung. Für teure Anschaffungen seien Verbraucher wegen der angespannten weltpolitischen Lage und des „erratischen US-Präsidenten“ offenbar zu verunsichert, so von Preen. Der HDE-Präsident fordert deshalb ein Signal aus Berlin: „Wir brauchen jetzt eine echte Aufbruchsstimmung. Da ist die Bundesregierung gefragt, mit den richtigen Maßnahmen einen Aufwärtstrend auszulösen.“
Als Wachstumsmotor sieht der HDE erneut den digitalen Verkauf. „Wachstumstreiber wird der Onlinehandel sein“, sagte von Preen. Er rechne damit, dass der Onlinehandel um 4,4 Prozent wächst und auf 96,3 Milliarden Euro Umsatz steigt.
Von Preen verwies darauf, dass nicht nur reine Onlineanbieter, sondern auch stationäre Händler mit digitalen Vertriebswegen zulegen. Das Online-Geschäft profitiere davon, dass auch ältere Menschen immer häufiger im Internet bestellen, so von Preen. Doch das Geschäft könnte wohl noch deutlich besser ausfallen, wären da nicht die extrem günstigen Wettbewerber aus China.










