Zeugin im Prozess

„War Christina Block ihr perfektes Opfer?“


20.05.2026 – 16:24 UhrLesedauer: 3 Min.

Christina Block mit Blumen vor dem Hamburger Landgericht: An Prozesstagen wird regelmäßig für sie demonstriert. (Quelle: IMAGO/imago)

Für Christina Block bot sie eine starke Schulter in einer schweren Zeit. Nun hat Keren T. mit ihrer Aussage vor dem Hamburger Landgericht begonnen – und widerspricht ihr in zahlreichen Punkten.

Sie war eine enge Vertraute für Christina Block. Am Mittwoch sagte diese vermeintliche Freundin vor dem Hamburger Landgericht aus. Die Israelin Keren T. könnte eine Schlüsselfigur im Hamburger Mammutprozess spielen.

Laut Staatsanwaltschaft soll sie an der Entführung von Blocks zwei Kindern aus der Obhut ihres Ex-Mannes Stephan Hensel beteiligt gewesen sein. Block soll die Tat in Auftrag gegeben haben. Während sie die Vorwürfe bestreitet, sorgte Keren T. für Zweifel an Blocks Darstellung – und an der angeblichen Freundschaft der beiden Frauen.

Welchen Job hatte „Olga“?

Keren T. arbeitete im Jahr 2023 für das Sicherheitsunternehmen Cyper Cupula Operations GmbH. Mehrere Medien berichteten, Karen T. habe erklärt, die Aufgabe des Unternehmens sei gewesen, Informationen über die bei Hensel lebenden Kinder zu beschaffen. Damit widerspricht sie Blocks Aussage, die Firma sei lediglich mit der IT-Sicherheit des familieneigenen Hotels Grand Elysées betraut gewesen. Doch das ist nicht der einzige Widerspruch.

Block erklärte in ihrer Einlassung, dass sich Keren T., die von ihr „Olga“ genannt wurde, wiederholt nach ihren Kindern erkundigte und ihre Unterstützung anbot. Als die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt Keren T. danach befragte, verneinte sie dies. „Wir wurden von Tag eins darum gebeten, Informationen über die Kinder zu sammeln“, erklärte Keren T., wie die „Mopo“ berichtet.

Christina Block und Gerhard Delling: Rund 100 Verhandlungstage sind im Block-Prozess geplant. (Quelle: Christian Charisius/dpa/dpa-bilder)

Die Beziehung der zwei Frauen

In ihrer Einlassung beschrieb Block das Verhältnis zu Keren T. als vertrauensvoll. „Ich war nur froh, dass sie mir zuhörte. ‚Olga‘ war immer für mich da. Bei ‚Olga‘ konnte ich mich ausheulen“, führte Block in ihrer Einlassung im Juli aus. Es sei Block um Beistand gegangen.

Das vertrauensvolle Verhältnis bestätigte Keren T. am Mittwoch. „Ich erinnere mich, dass der Familienanwalt zunächst sagte, es wäre gut, wenn ich mit Christina fahren sollte. Er hat mich darum gebeten, nett zu ihr zu sein. Aber mit der Zeit hatten wir wirklich eine enge Verbindung zueinander“, zitiert die „Mopo“ Keren T. Mit dem Familienanwalt meinte sie den ebenfalls angeklagten Andreas C..

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