U3/U6-Sanierung
Genervte Fahrgäste und extreme Verspätungen
20.05.2026 – 15:40 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Sperrung zweier U-Bahnhöfe der Linien 3 und 6 gilt gerade erst seit wenigen Tagen, und die Münchner sind bereits gestresst. So ist die Fahrt mit dem Schienenersatzverkehr.
Eine Woche vor Beginn der Pfingstferien startet in München die Sanierung der U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz. Davon betroffen sind die Linien U3 und U6. Fahrgäste, die auf dem Weg in die Innenstadt sind, müssen seit Montag, 18. Mai, bereits an der Implerstraße aussteigen. Von dort aus geht es überirdisch mit dem Bus weiter bis zum Sendlinger Tor – mit Stopps an den beiden Haltestellen Poccistraße und Goetheplatz. Die Fahrt, die mit der U-Bahn nur wenige Minuten dauert, wird für die Münchner zur Geduldsprobe.
Nach Ankunft mit der U-Bahn an der Implerstraße bildet sich eine Menschentraube in Richtung Ausgang. Die Rolltreppe nach oben ist gesperrt, es bleibt also nur die Treppe. Oder ein Aufzug. Angekommen an der Bushaltestelle regnet es. Das Bushäuschen ist längst voll, sodass sich die Fahrgäste am Straßenrand aufreihen. Ständig kommen neue dazu. Ein Mitarbeiter der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) steht in der Menge und weist die Menschen ein. Dann nähert sich ein Bus. „Ist das der zum Sendlinger Tor?“, fragt eine Frau. „Nein“, sagt der MVG-Mitarbeiter, „ist der zum Hauptbahnhof“.
Straße Richtung Innenstadt voller Verkehr und Baustellen
Als dann der Ersatzbus für die U6 kommt, werden die Wartenden unruhig. Jeder wünscht sich einen Platz in dem Bus, der bereits ein paar Minuten zu spät ist. Die Menge drängt sich in den Bus. Alle möchten drin sein, bevor der MVG-Mitarbeiter verkündet, dass dieser Bus schon wieder voll ist.
Dann endlich Abfahrt: Bis zur Poccistraße verläuft alles ohne Problem. Doch weil der Bus viel zu voll ist, wird es mit der Zeit immer wärmer. Die Fahrgäste werden unruhig, schauen abwechselnd auf ihr Handy und dann auf den Verkehr. Denn Richtung Goetheplatz wird es voller auf der Straße. Die Ampeln schalten gefühlt nur für wenige Sekunden auf Grün, der Bus kriecht auf die nächste Station zu. Die Luft wird immer schlechter, die Stimmung der Fahrgäste auch.
Münchnerin: „Morgen fahre ich anders in die Stadt“
Nach rund zehn Minuten ist es geschafft: Der Bus erreicht die Haltestelle Goetheplatz. Bereits jetzt hat er mehrere Minuten Verspätung. Auch hier quetschen sich erneut weitere Fahrgäste in das Gefährt. Und dann geht nichts mehr: Stau in Richtung Sendlinger Tor. Die Lindwurmstraße wird in Richtung Innenstadt von einer Baustelle blockiert. Ein Fahrtweg von rund vier Minuten wird am Mittwochvormittag zur Odyssee.
Je länger die Fahrt dauert, desto größer wird die Ungeduld der Mitfahrer. Ein Baby in seinem Kinderwagen schreit ununterbrochen wegen der Hitze im Bus. Eine Frau schüttelt den Kopf und sagt: „Morgen fahre ich anders in die Stadt. Es ist eine Katastrophe.“
