Ausverkauftes Haus, große Hits und ein neuer Frontmann: Foreigner gastiert im Hamburger Stadtpark. Doch der Abend erfüllt die Erwartungen nicht ganz.
Kurz bevor Foreigner am Dienstagabend auf die Bühne tritt, scheint es so, als würde es ein ungemütlicher Abend im Hamburger Stadtpark werden. Ein Platzregen prasselt auf das Gelände, Donner grollt über den Bäumen. Viele der rund 4.000 Fans stehen plötzlich klatschnass im ausverkauften Rund. Doch pünktlich zum Start um 20 Uhr zieht das Unwetter weiter. Zwischen den Wolken zeigt sich sogar noch etwas blauer Himmel.
Ohne großes Hallo legt die Band um den neuen Frontmann Luis Maldonado sofort mit den ersten beiden Songs los, „Long, Long Way From Home“ und „Double Vision“. „Hallo Hamburg, ihr klingt wie wilde Tiere. Seid ihr bereit?“, begrüßt er anschließend das Publikum.
Nur selten springt der Funke zu den Fans über
Die Antwort fällt allerdings verhaltener aus, als die Ansage vermuten lässt. Die Stimmung bleibt über weite Strecken entspannt, ohne dass der Abend zu einer großen Party wird. Hier und da wird ein Refrain mitgesungen. Man wippt im Takt mit und klatscht nach jedem Song, wie es sich eben gehört. Der Funke springt nur selten wirklich über.
Das liegt nicht nur am Hamburger Publikum. Foreigner liefert eine routinierte Show, die kaum Überraschungen bereithält. Die Musiker suchen zwar immer wieder die Nähe zur ersten Reihe, große Interaktionen mit den Zuschauern bleiben allerdings aus. Vieles wirkt einstudiert, Raum für besondere Hamburg-Momente gibt es nicht.
Foreigner mit vielversprechender Setlist in Hamburg
Dabei bringt die Setlist beste Voraussetzungen mit. Mit „Urgent“, „Hot Blooded“, „Cold as Ice“, „That Was Yesterday“ oder „Feels Like the First Time“ stehen kraftvolle Rockhits der Band auf dem Programm. Dazu kommen mit „Waiting for a Girl Like You“ und „I Want to Know What Love Is“ zwei der erfolgreichsten Powerballaden überhaupt. Eigentlich genug Material für einen Abend, bei dem kaum jemand stillstehen müsste.
Zwei kleine Überraschungen gibt es dann aber doch. Erstmals seit 1999 spielt Foreigner den Song „Women“ wieder live. Und zur Zugabe erscheint die Band später in DFB-Trikots auf der Bühne und lässt kurz die Fußballhymne „Seven Nation Army“ anklingen.
Schade ist allerdings, dass der Abend schon früh wieder endet. Nur 86 Minuten lang und 13 Songs spielen Foreigner. Mehr als 20 Minuten davon gehen in der zweiten Hälfte für ein ausführliches Keyboard- und Schlagzeugsolo sowie ein langes Singspiel mit dem Publikum während „Juke Box Hero“ drauf. Statt die Show damit in die Länge zu ziehen, hätten zwei oder drei zusätzliche Songs dem Abend vermutlich besser getan. Genügend Material wäre nach 50 Jahren Bandgeschichte ja vorhanden. Zumal man für Eintrittspreise von rund 80 Euro durchaus etwas mehr Konzert erwarten darf.











