Invasive Art
Gefährliche Superameise ist vor Hamburgs Toren angekommen
13.07.2026 – 15:51 UhrLesedauer: 2 Min.
In Süddeutschland kämpfen Städte aktuell gegen riesige Kolonien. Auch in Wedel wurde die invasive Große Drüsenameise bereits 2024 nachgewiesen.
In Karlsruhe gehen Stadt und Anwohner derzeit gegen mehrere große Kolonien der Großen Drüsenameise vor. Anfang Juli fand im besonders betroffenen Stadtteil Neureut erstmals eine „Ameisen-weg-Woche“ statt. Nach Angaben der Stadt sind in Karlsruhe inzwischen acht Kolonien bekannt, drei davon gelten als Superkolonien. Größere Erfolge bei der Bekämpfung erwartet die Kommune in Neureut frühestens nach zwei bis drei Jahren.
Auch vor Hamburgs Toren lebt die invasive Art bereits seit mindestens zwei Jahren. Ein Vorkommen in Wedel wurde 2024 bestätigt. Wie „shz.de“ unter Berufung auf das Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein berichtet, befindet sich die Kolonie auf einem Privatgrundstück. Die gärtnerische Nutzung sei dort durch den Befall eingeschränkt.
- Flüge ab Hamburg deutlich teurer: Diese Sommer-Ziele legen kräftig zu
- Starkregen und Sturmböen: Gewitter ziehen in Hamburg auf
Bekämpfung in Wedel bislang ohne Erfolg
Seit der Bestätigung seien verschiedene Bekämpfungsmethoden eingesetzt worden, darunter Heißwasser und Gift. Die Kolonie konnte dem Bericht zufolge bislang nicht beseitigt werden. Wann dies gelingen könnte, sei nicht absehbar. Die Stadt Wedel ist nach eigenen Angaben nicht an den Maßnahmen beteiligt. Auf kommunalem Grund sei kein Vorkommen bekannt.
Ein zweites Vorkommen wurde 2025 in Wulfsdorf bei Scharbeutz nachgewiesen. Auch dort laufen nach Angaben des Landesamts Maßnahmen zur Eindämmung. Da die Tiere vor allem mit Pflanzen und transportierter Erde verschleppt werden, rechnet die Behörde mit weiteren Funden.
Ameisen können Strom und Internet lahmlegen
Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Art bildet weit verzweigte Nester. In einer Superkolonie können Hunderttausende bis Millionen Tiere und zahlreiche Königinnen leben.
Die Ameisen siedeln sich häufig unter Pflastersteinen, an Mauern und Hausfundamenten an. Dadurch können sie Gehwege und befestigte Flächen unterhöhlen. Dringen die Tiere in Gebäude und elektrische Anlagen ein, drohen zudem Störungen der Stromversorgung und des Internets. Eine allgemeine Gesundheitsgefahr für Menschen besteht laut Umweltbundesamt nicht. Die Tiere gelten jedoch als bissig.
Wie teuer die dauerhafte Eindämmung werden kann, zeigt das Beispiel Kehl in Baden-Württemberg. Die Stadt investierte 2025 nach eigenen Angaben annähernd 100.000 Euro in die Bekämpfung. Einzelne Straßenzüge konnten zeitweise von den Ameisen befreit werden. Eine vollständige Ausrottung gilt dort jedoch als kaum erreichbar.











