Zwei Millionen Euro für Kunstwerk
Dezernentin verteidigt Skulptur – und gibt Überraschung zu
11.08.2026 – 18:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Das rot-blaue Netzgebilde hängt über der Konstablerwache – zwei Millionen Euro, drei Jahre lang. Die Kulturdezernentin verteidigt das Projekt, war aber überrascht.
Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hat die Kunstinstallation „A Sky Full of Hope“ über der Konstablerwache verteidigt – räumt aber ein, das Ausmaß der öffentlichen Kritik nicht erwartet zu haben. Dass das Werk der US-amerikanischen Künstlerin Janet Echelman so polarisieren werde, damit habe sie nicht gerechnet, sagte Hartwig. „Gleichwohl bin ich sehr überzeugt von diesem Experiment“, erklärte sie.
Das transparente Netzgebilde hängt in sieben Metern Höhe über dem Platz, ist 200 Quadratmeter groß und wird von vier Pfosten gehalten. Es soll drei Jahre lang dort bleiben. Die Kosten belaufen sich auf etwa zwei Millionen Euro.
„Geldverschwendung“: Scharfe Kritik im Netz
Der lauteste Vorwurf in sozialen Medien lautet Geldverschwendung. Viele Nutzerinnen und Nutzer fordern stattdessen praktische Investitionen – Begrünung des Platzes, Schulen, Klimatisierung von Altenheimen. Hartwig zeigte dafür Verständnis: „Viele Menschen treibt ganz anderes um, sie haben finanzielle Sorgen, die Weltordnung verändert sich dramatisch und Unsicherheit greift um sich. Und da geben wir als Stadt Frankfurt so viel Geld für ein Kunstwerk aus. Das gefällt nicht allen. Das nehmen wir sehr ernst.“
Das Kulturdezernat erklärte, das Geld stamme nicht aus dem laufenden Kulturhaushalt – es sei also nicht an anderer Stelle bei Kunst, Kultur oder Wissenschaft gekürzt worden. Nach Angaben des Dezernats stammen 1,2 Millionen Euro aus Überträgen der „Initiative Innenstadt“ von 2024, die andernfalls verfallen wären. Der Rest komme aus dem Nachtragshaushalt 2025.
Hintergrund des Auftrags ist der Titel „World Design Capital 2026 Frankfurt und Rhein-Main“, unter dem das ganze Jahr über Ausstellungen und Aktionen stattfinden. Künstlerin Echelman sagte, die Debatte sei ihr vertraut: „Es ist dieselbe Debatte, überall in der Welt.“











