Gewalttat in Regensburg
Angreifer stellte sich selbst – Polizei ließ ihn laufen
24.07.2026 – 15:33 UhrLesedauer: 3 Min.
Der mutmaßliche Täter von Regensburg war schon länger polizeibekannt. Keine 24 Stunden vor der Tat hatte die Polizei ihn in Gewahrsam genommen – doch ließ ihn wieder gehen.
Der 20 Jahre alte Deutsche, der in Regensburg mutmaßlich einen Bankmitarbeiter getötet hat, sitzt in Untersuchungshaft. Das teilte Staatsanwalt Thomas Schug in Regensburg mit. Eine Ermittlungsrichterin habe einen von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl erlassen, der Mann werde dringend des Mordes und der schweren räuberischen Erpressung verdächtigt.
Der Angriff hatte sich am Donnerstagnachmittag in einer Filiale der Hypovereinsbank (HVB) im Regensburger Westen ereignet. Ein Mitarbeiter wurde mit einem Messer niedergestochen und starb wenig später im Krankenhaus. Die Polizei hatte zunächst eine Geiselnahme befürchtet und den Stadtteil mit einem Großaufgebot abgeriegelt, erst nach rund drei Stunden konnten Spezialkräfte den Verdächtigen festnehmen.
Regensburgs Oberbürgermeister Thomas Burger sprach im Rückblick von „Stunden großer Unsicherheit“. Die Hypovereinsbank teilte nach der Tat mit: „Wir sind zutiefst bestürzt über den Verlust eines unserer Kollegen infolge dieses tragischen Vorfalls.“ Die Unterstützung der Mitarbeitenden habe für das Unternehmen nun höchste Priorität.
Eltern mit Baby erlebten die Tat mit
Bei einer Pressekonferenz schilderte Kriminalbeamter Robert Fuchs mehr Details über den Ablauf des Tags. Demnach hatte der Angreifer einen Zettel bei sich, auf dem von einem Überfall und einem Bankraub die Rede war. Anschließend habe er ein Küchenmesser in die Luft gehalten, sei am Tresen vorbei zu dem Mitarbeiter gegangen und habe mehrfach auf ihn eingestochen. Bargeld hätte der 20-Jährige in der Filiale ohnehin nicht erbeuten können, da es sich um eine bargeldlose Bank handelt.
Im Video | Messerattacke in Bank: SEK nimmt Täter fest
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Mehrere Beschäftigte und Kunden bekamen die Tat mit, darunter auch ein Elternpaar mit einem Baby, das sich zu diesem Zeitpunkt in der Bank aufhielt. Ihnen gelang es laut Fuchs, das schwer verletzte Opfer in einen anderen Raum zu bringen und dort Erste Hilfe zu leisten. Die inzwischen eingetroffene Polizei konnte die Anwesenden sowie das Opfer über ein Fenster nach draußen holen, während sich der Täter noch im Gebäude aufhielt.
Festnahme in der Toilette der Bank
Festgenommen wurde der 20-Jährige schließlich in der Toilette der Bankfiliale, wie Fuchs schilderte. Dort fanden die Ermittler auch die mutmaßliche Tatwaffe: ein Küchenmesser mit einer zwölf Zentimeter langen und zwei Zentimeter breiten Klinge.
Der Verdächtige habe die Tatwaffe offenbar nach der Tat gereinigt. „So wie es für uns ausschaut, ist sie auch sauber gemacht worden“, sagte Fuchs. Entsprechende Spuren hätten die Ermittler in der Küche der Filiale gefunden.










